Zu viel "Drama": Entwickler will nicht mehr an "Bear Simulator" arbeiten

7. März 2016, 17:28
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Spiel heftig von Youtube-Star Pewdiepie kritisiert – Titel wurde einst mit 100.000 Dollar per Kickstarter finanziert

Vor zwei Jahren hatte der junge Entwickler John Farjay den Nerv der Spielergemeinde gut getroffen. Gerade erst war der "Goat Simulator" zu hoher Bekanntheit geraten, da fand auch seine nicht ganz ernstgemeinte Tiersimulation "Bear Simulator" ebenfalls einigen Anklang.

Auf Kickstarter gelang es ihm, 100.000 Dollar für die Umsetzung des Spieles einzunehmen. Am 26. Februar war es schließlich soweit, und das Spiel wurde über Steam für Windows, OS X und Linux veröffentlicht. Doch die Rückmeldungen verliefen offenbar nicht ganz so erfreulich, wie sich Farjay das gewünscht hatte. Nun hat er in einem Update überraschend angekündigt, die Weiterentwicklung einstellen zu wollen.

Weitere Updates wären "hoffnungslos"

"Das Spiel hatte keine gute Rezeption, der Name leidet an einem Stigma und es gibt viele andere Probleme. Weitere Updates zu entwickeln wäre hoffnungslos", schreibt Farjay auf Kickstarter. Dazu besitze er auch nicht die Fähigkeiten, das Spiel besser zu machen, als es sei.

Er wolle sich auch nicht mehr mit dem "Drama" befassen, das sich entsponnen habe. "Ich kann es nicht ignorieren, weil das mehr Drama erzeugt und ich kann nichts dagegen tun, weil das auch zu mehr Drama führt", fasst er seine Einschätzung frustriert zusammen.

Er wolle, was Inhalte angehe, nun nur noch die den Unterstützern versprochene "Kickstarter Island" in den "Bear Simulator" einbauen und sich sonst nur auf Fehlerbehebungen beschränken. "Ich muss das mit dem Spieleentwickeln offenbar falsch machen, weil es ist viel zu schwer, gleichzeitig glücklich und produktiv zu sein", so Farjay abschließend.

farjay studios

Pewdiepie vernichtet Spiel in Let's Play-Video

Zu seiner missmutigen Stimmung dürfte der schwedische Youtube-Star Felix Kjellberg, besser bekannt als Pewdiepie, beigetragen haben. Denn der zeigte sich während eines Let‘s Play-Videos ganz und gar nicht begeistert von dem Titel. Nach heftiger Kritik an dem Game ging er sogar so weit, am Ende des Clips den an den Entwickler gerichteten Stinkefinger in die Kamera zu halten, als er vergeblich versuchte, eine Rückerstattung auf Steam zu bekommen, fasst Kotaku zusammen.

Kjellberg wiederum berichtet davon, deswegen erboste Kommentare erhalten zu haben. Er ist sich allerdings keiner Schuld bewusst. "Was will man erwarten, wenn man das Internet um 100.000 Dollar bittet und dann ein schlechtes Produkt abliefert?", fragt er und empfiehlt Farjay: "Entwickle dein Spiel fertig, manche Leute mögen es offensichtlich." Das Let‘s Play zu "Bear Simulator" ist mittlerweile allerdings nicht mehr öffentlich abrufbar.

Gute Rückmeldungen auf Steam und Kickstarter

Insgesamt erscheinen die Rückmeldungen auf "Bear Simulator" gar nicht so negativ zu sein, wie der Macher es darstellt. So fallen die Kritiken auf Steam "größtenteils positiv" aus. 79 Prozent von 144 Rezensionen sprechen dem Game eine Empfehlung auf. Negative Rezensionen kritisieren, das Spiel sei unfertig und fehlerhaft.

Auf Kickstarter wird Farjay vom größten Teil der Nutzer ermuntert, den Bärensimulator nicht fallen zu lassen und auch künftig neue Features einzupflegen. Ob Farjay seinen Beschluss noch ändert, bleibt abzuwarten. (gpi, 07.03.2016)

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