Wie iPhones "sterben": Absolute Geheimhaltung bei Apple

7. März 2016, 16:32
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Apple kontrolliert externe Recycler aufs Gramm genau, will durch Zerstörung Fälschungen vermeiden

Mehr als eine halbe Milliarde iPhones sollen seit der Premiere des Apple-Smartphones verkauft worden sein. Während einige Geräte noch benutzt werden und ihren Weg über Second-Hand-Märkte in andere Hände gefunden haben, werden fortlaufend auch Millionen iPhones zerstört und wiederverwertet. Diesen Ablauf hat Apple – wie so viele andere Bereiche auch – für die Branche ungewöhnlich strikten Regeln und Geheimhaltungsmechanismen unterworfen. Bloomberg Businessweek hat nun einen Blick auf die Praktiken des Smartphone-Herstellers geworfen.

Second Hand oder Zerstörung

Prinzipiell gibt es zwei Wege, die alte iPhones unter Apples Ägide beschreiten können. Der Konzern bietet treuen Kunden einen Rabatt auf neue iPhones, wenn sie ihr altes Gerät bei dessen Kauf mitbringen. Ist das Modell prinzipiell noch in Ordnung – was auch händisch überprüft wird; kann es als Second-Hand-Gerät weiterverkauft werden. Das macht Apple etwa in Schwellenländern, wo sich die breite Masse der Nutzer oft kein nagelneues Gerät leisten kann.

No iPhone left behind

Hat das Gerät hingegen erhebliche Mängel, gerät es in Apples Recycling-Kreislauf. Dafür arbeitet das Unternehmen mit externen Dienstleistern zusammen. Das iPhone wird vor der Übergabe abgewogen, am Ende muss dieselbe Anzahl an Gramm in wiederverwertbaren Materialien oder Elektroschrott an Apple übermittelt werden. Während andere IT-Konzerne bestimmte Komponenten – etwa unbeschädigte Chips – für die Reparatur von anderen Geräten aufbewahrt oder an andere Firmen weiterverkauft (alte Smartphone-Kameras kommen etwa in Spielzeug zum Einsatz), setzt Apple auf "absolute Zerstörung".

Fälschungen verhindern

Damit will der Konzern auch verhindern, dass Komponenten gestohlen werden und in gefälschten iPhones auftauchen. Während das Ziel der IT-Branche eine Recycling-Quote von 70 Prozent ist, soll Apple in manchen Quartalen bis zu 85 Prozent schaffen. Apple-Teile landen hingegen in branchenfremden Teilen: Die extrahierten Metalle sollen laut Bloomberg etwa für Fensterrahmen oder Möbel eingesetzt werden. (red, 7.3.2016)

  • Jede Komponente wird zerstört und als Rohmaterial weiterverkauft
    foto: reuters/munoz

    Jede Komponente wird zerstört und als Rohmaterial weiterverkauft

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