Peyton Manning tritt nach perfektem Ende seiner Karriere ab

7. März 2016, 13:46
54 Postings

Dauerrivale Brady: "Es war mir eine Ehre"

Denver (Colorado) – Für das Ende seiner Rekordkarriere erwischte Quarterback-Superstar Peyton Manning den perfekten Zeitpunkt. Vier Wochen, nachdem er mit seinen Denver Broncos die 50. Super Bowl der National Football League (NFL) gewonnen hatte, verabschiedete sich der 39-Jährige nach 18 Jahren in der NFL am Montag in den wohlverdienten Ruhestand.

Neben vielen Bestmarken hinterlässt Manning bei Weggefährten, Fans und Liga-Bossen die Erinnerungen an zahlreiche grandiose Momente eines der besten Athleten der NFL-Geschichte. "Wenige haben ihre Spuren so im Sport hinterlassen wie Peyton. Einfach ausgedrückt, er hat den NFL-Football revolutioniert", schrieb Jim Irsay, Besitzer der Indianapolis Colts. Die Colts hatte Manning 2007 zum Super-Bowl-Triumph geführt.

Neun Jahre später gelang dem Spielmacher mit einer letzten Kraftanstrengung der große Coup noch einmal mit den Denver Broncos. Dauerrivale Tom Brady von den New England Patriots sprach von "einer unglaublichen Karriere". Manning habe das Spiel für immer verändert und jeden um ihn herum besser gemacht, so Brady, der seine Twitter-Nachricht mit den Worten "Es war mir eine Ehre" beendete.

Platz in der NFL-Geschichte sicher

Manning hat seinen Platz im NFL-Geschichtsbuch sicher. Kein anderer Quarterback hat in einer Saison und in der Liga-Historie mehr Touchdown-Pässe geworfen, niemand mehr Spiele gewonnen oder ist fünfmal zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt worden. Und nur Peyton Williams Manning hat es als Spielmacher geschafft, mit zwei Teams den Titel zu holen.

Kein Wunder, stammt er doch aus einer Football-Familie. Vater Archie war Quarterback der New Orleans Saints, Bruder Eli führte die New York Giants zweimal zum Super-Bowl-Triumph.

Mannings Abschied kommt nicht überraschend. Die "Denver Post" hatte bereits vor den Play-offs vom "letzten Rodeo" des "Sheriffs" geschrieben. Zwar hatte der Routinier noch einen Vertrag für ein weiteres Jahr in Denver und hätte 19 Millionen Dollar (17,32 Mio. Euro) verdienen können. Doch er selbst wusste, dass eine weitere NFL-Saison ein großer Fehler gewesen wäre. Manning gelang das, was viele Profi-Sportler sich vergebens wünschen – mit einem letzten großen Hurra abzutreten.

Nachfolger Brock Osweiler

"Verletzt zu sein und zu Saisonbeginn zu straucheln, hat keinen Spaß gemacht. Deshalb bin ich dafür dankbar, wieder gesund geworden zu sein, damit ich versuchen konnte, in den vergangenen Wochen meinen Teil beizutragen", meinte Manning nach dem Super-Bowl-Sieg über die favorisierten Carolina Panthers. In Brock Osweiler steht längst sein Nachfolger bei den Broncos bereit. Und Manning hat in der vergangenen Saison bereits leidvoll erfahren müssen, wie schnell es selbst für einen Ausnahme-Footballer wie ihn abwärtsgehen kann.

Sein Körper konnte einfach nicht mehr. Die Schulter seines Wurfarms schmerzte, der linke Fuß hielt den Belastungen nicht mehr stand. Der ansonsten so souveräne Manning wirkte verwundbar, anfällig, unsicher. Er warf öfter den Football in die Arme des Gegners (17 Mal) als für einen Touchdown zum eigenen Mitspieler (9). In keinem seiner 18 Jahre in der NFL hatte er eine schlechtere Bilanz. Dass Denver Meister wurde, lag vor allem an der überragenden Defensive.

Doch das schmälert Mannings Meriten keinesfalls. "Peyton Mannings außergewöhnliche Karriere war getrieben von Talent, einer unglaublichen Arbeitseinstellung und einem standhaften Wunsch der Beste zu sein – und sie endete so perfekt für ihn mit einem Super-Bowl-Sieg", sagte NFL-Boss Roger Goodell. Ihm bleibt durch Mannings Karriere-Ende womöglich ein unangenehmer Schritt erspart.

Im Dezember hatte der Nachrichtensender Al Jazeera America Doping-Vorwürfe gegen Manning erhoben. Er habe 2012, als er wegen einer Nackenverletzung die gesamte Saison ausgefallen war, das Wachstumshormon HGH genommen. Die Liga hatte noch vor der 50. Super Bowl betont, dass man den Fall untersuche. Das Ergebnis steht noch aus – ist nun jedoch für Mannings sportliche Zukunft irrelevant. (APA; 7.3.2016)

  • Ende der Vorstellung: Peyton Manning.
    foto: reuters/rebilas

    Ende der Vorstellung: Peyton Manning.

Share if you care.