Frauen arbeiten 27 Stunden pro Woche unbezahlt, Männer elf

7. März 2016, 12:17
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Familienministerin Karmasin präsentiert Studie und ruft "Tag der Partnerschaftlichkeit" aus

Wien – Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) ruft den Frauentag am Dienstag zum "Tag der Partnerschaftlichkeit" aus. Das Ziel müsse sein, Gleichberechtigung tatsächlich zu realisieren, sagte Karmasin am Montag bei der Präsentation einer Studie zur geschlechtsspezifischen Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. In Österreich ist diese weiterhin sehr traditionell.

"Das wollen wir nicht akzeptieren"

Statistisch gesehen arbeiten Frauen laut Karmasin 45,7 Stunden pro Woche – bezahlte Arbeit beläuft sich dabei auf 18,7 Stunden, unbezahlte auf 27 Stunden. Bei Männern sind es insgesamt 41,7 Stunden, wobei die bezahlte Arbeit 30,7 Stunden ausmacht, unbezahlte nur elf. Bis zum Frauentag am morgigen 8. März leisten Frauen somit bereits 40 Stunden Mehrarbeit, so die Ministerin: "Das ist ein Phänomen, das wir so nicht akzeptieren wollen." Ziel zum "Tag der Partnerschaftlichkeit" sei es daher, den Unterschied in ein gleiches Verhältnis zu bringen.

Gesellschaftlicher Wandel in Köpfen

Als Empfehlungen für eine faire Verteilung nannte die Ministerin dann etwa den Ausbau der Kinderbetreuung sowohl quantitativ als auch qualitativ, gendersensible Elementarpädagogik oder das Pensionssplitting. Weiters verwies sie auf die geplante Kindergeldreform zur Förderung der Väterkarenz. Derzeit zählt Österreich bei der Väterbeteiligung noch zu den Schlusslichtern, erklärte die Ressortchefin. Sie zeigte sich jedoch optimistisch für die Zukunft: "Der gesellschaftliche Wandel ist zumindest in den Köpfen schon fortgeschritten."

Österreich am "ungleichsten"

Das Österreichische Institut für Familienforschung hat die Situation in Frankreich, Schweden und Österreich analysiert. Was die geleistete Haushalts- und Betreuungsarbeit in Stunden pro Woche betrifft, weist Österreich das "ungleichste Verhältnis" auf, so Karmasin. Während Männer in Schweden 17 Stunden und Frauen 22 Stunden für diese Tätigkeiten aufwenden, sind es in Österreich elf bzw. 27 Stunden.

Die Erwerbsrate von Frauen ist in den vergangenen Jahren in Österreich stark angestiegen, laut Karmasin ist das allerdings auf die im Vergleich zu anderen Ländern hohe Teilzeitquote zurückzuführen. Dies zeigt sich auch bei der Erwerbstätigkeit in Paarfamilien mit Kindern unter 15 Jahren. In Schweden arbeiten bei 41 Prozent in dieser Gruppe beide in Vollzeit, in Österreich sind es nur 21 Prozent. In Schweden ist bei weiteren 36 Prozent dieser Gruppe ein Elternteil in Vollzeit, der zweite in Teilzeit beschäftigt, in Österreich sind es hingegen 44 Prozent. Bei 15 Prozent arbeitet in Schweden ein Elternteil Vollzeit und der zweite ist nicht erwerbstätig, während es in Österreich 28 Prozent sind. (APA, 6.3.2016)

  • Artikelbild
    foto: apa / herbert pfarrhofer
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