Brother Grimm: Albträume in Fuck-Moll

7. März 2016, 12:15
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Verwischter Geisterhausblues und grimmige Oden an Verblichene. Am Mittwoch spielt Brother Grimm im Wiener Fluc

Wien – Das ist jetzt wieder so einer. Einer, der aussieht, als käme er aus dem Kohlebergwerk. Dabei stammt er von dort, wo sie es sich leisten können, zum Spaß so auszuschauen, aus Berlin. Er heißt Dennis Grimm und arbeitet als Brother Grimm.

Da denkt man natürlich an die Brüder selben Namens und ihre prächtigen Albtraumlieferanten für kleine und große Kinder. Und das ist kein Zufall. Denn auch dieser Bruder Grimm widmet sich Albträumen, doch sind die seinen akustischer Natur.

Nach einer halben Karriere mit der Band Sandy Bird ist er jetzt als Brother Grimm unterwegs. Kommenden Mittwoch spielt der Mann im Wiener Fluc als Gast des einschlägig auffälligen Delta Punk, dessen Mission es ist, verwegene, derangierte Rock’n’Roller ins Licht zu zerren, wo diese ihren Gaul zu Schanden reiten. Im Vergleich zu anderen Gästen des Herrn Punk ist Brother Grimm ein Schöngeist, denn seine Geisterblues-Gstanzlen mäandern durchaus ins Balladenfach rüber, Damenbekanntschaft ist beim Konzert deshalb nicht im Vorhinein auszuschließen. Immerhin titelt sogar das Eröffnungslied seines aktuellen Albums Woman, wobei es sich angesichts des verwittert düsteren Sounds wohl um eine Ode an eine Verblichene handeln dürfte, Ruhe sanft.

Seinen Geisterhausblues spielt Grimm mit grimmigen Rhythmen, anämischen Gitarren und einem Gesang, dem man straffrei einen Nachtwächterjob in einer Tuberkuloseheilanstalt andichten darf. Es klingt also ziemlich interessant, wenn er I Am Afraid of Germany singt, Brothers and Sisters beschwört oder die Kompostierungsaufforderung Take Your Idols & Turn Em Into Flowers durch das Mikro stöhnt.

Es ist eine einfache Kunst, aber sie ist überzeugend. Sie funktioniert seit der Bible Belt an die Stromversorgung angeschlossen wurde und ein Bloßfüßiger zum ersten Mal beim Schwarzbrennen einen Stromschlag erleiden musste. Bruzel, Knister, Bumm. So viel Klischee muss sein, und so viel Klischee soll auch sein. (Karl Fluch, 7.3.2016)

Brother Grimm live: 9.3. Fluc, Praterstern 21.00

  • Brother Grimm denkt nach. Ob das ein vergifteter Apfel ist, den er da hält? Sicher ist nur, am Mittwoch spielt er im Fluc seinen Geisterhausblues auf Einladung des Veranstalters Delta Punk. Nennen wir das ruhig ein Gütesiegel.
    foto: fluc

    Brother Grimm denkt nach. Ob das ein vergifteter Apfel ist, den er da hält? Sicher ist nur, am Mittwoch spielt er im Fluc seinen Geisterhausblues auf Einladung des Veranstalters Delta Punk. Nennen wir das ruhig ein Gütesiegel.

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