"House of Cards": VPNs umgehen strengere Netflix-Sperren

7. März 2016, 11:56
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Neue Staffel in Österreich und Deutschland nur bei Sky – mehrere VPN-Dienste funktionieren nicht mehr

Am 4. März wurde die vierte Staffel der US-Serie "House of Cards" veröffentlicht. Auf Netflix können Fans bereits alle Folgen ansehen, sie wurden gleichzeitig ins Netz gestellt. Ausgenommen sind davon jedoch Nutzer in Österreich und Deutschland, denn hier hält Sky die Erstausstrahlungsrechte an der Serie. Bis vor kurzem wäre dieser Umstand weitgehend egal gewesen, Netflix-Nutzer konnten mit VPNs und Proxies auch auf das Angebot aus den USA und anderen Ländern zugreifen. Nun blockiert der Streaminganbieter solche Dienste jedoch restriktiver. Es hat ein Katz-und-Maus-Spiel begonnen, welcher Service weiterhin funktioniert.

Blockade bekannter Dienste

Nutzer von Diensten wie ZenMate, PureVPN oder BlackVPN werden seit kurzem von Netflix blockiert. Zwar kann man weiterhin auf die Seite zugreifen und sich die Kataloge anderer Länder ansehen. Will man jedoch ein Video starten, erscheint die Meldung, dass man erst den VPN- und Proxy-Dienst ausschalten müsse, um den Film oder die Serie wiedergeben zu können. Schaltet man den entsprechenden Dienst aus, hat man freilich nur mehr Zugriff auf jene Titel, die im eigenen Land vorgesehen sind.

Effektiv sind diese Maßnahmen jedoch nur bedingt. Denn einige Dienste können die Blockade noch immer umgehen. Dazu gehören laut "heise" unter anderem Getflix, Uflix und Hola – letzteres war aufgrund seiner dubiosen Funktionsweise vergangenes Jahr allerdings in Verruf geraten.

Mit diesen Diensten können auch Nutzer in Österreich und Deutschland die aktuellen Folgen von "House of Cards" über Netflix USA sehen, die hierzulande ansonsten vorerst nur über Sky gezeigt werden. Wie lange sie weiter funktionieren werden, ist ungewiss. Regulär zu sehen sind die neuen Folge hierzulande auf Netflix vermutlich ab September.

Online-Petition

Netflix reagiert mit den Maßnahmen wie berichtet auf den Druck der Rechteinhaber, die Filme und Serien nur für die jeweiligen Märkte lizenzieren. Die schärfere Vorgehensweise wird von vielen Seiten kritisiert. Anstatt die Nutzer auszusperren wird gefordert, Inhalte global verfügbar zu machen. Die Sperren würden nur Piraterie fördern. Im Rahmen einer Online-Petition haben bereits über 36.000 Nutzer gegen die Geosperren unterschrieben. (br, 7.3.2016)

  • Hat seinen Fußabdruck in der Serienlandschaft hinterlassen: Kevin Spacey als skrupelloser US-Politiker Frank Underwood in "House of Cards".
    foto: reuters/carlo allegri

    Hat seinen Fußabdruck in der Serienlandschaft hinterlassen: Kevin Spacey als skrupelloser US-Politiker Frank Underwood in "House of Cards".

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