Post wird deutsches Sorgenkind los

7. März 2016, 10:11
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Trans-o-flex wird verkauft, das operative Ergebnis ist deutlich gesunken

Wien – Die Post verkauft ihr deutsches Sorgenkind, die Logistiktochter Trans-o-flex, an einen strategischen Investor in Deutschland. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Post hatte die Trans-o-flex mit einem Umsatz von 500 Millionen Euro vor rund zehn Jahren für etwas mehr als 300 Millionen Euro erworben. 2015 musste die Post auf die Trans-o-flex hohe Abschreibungen vornehmen, was den Gewinn schrumpfen ließ.

Die Post gab mit dem geplanten Verkauf der Trans-o-flex am Montag auch vorläufige Zahlen für das Jahr 2015 bekannt: Der Umsatz stieg um 1,6 Prozent auf 2,402 Milliarden Euro. Dabei wuchs die Division Brief, Werbepost und Filialen um 0,9 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, die Paketsparte um 2,9 Prozent auf 900 Millionen Euro.

Ebit brach ein

Das operative Ergebnis vor Sondereffekten legte um 2,6 Prozent auf 198 Millionen Euro zu. Nach Sondereffekten brach das Ebit jedoch von 196,9 Millionen auf 89 Millionen Euro ein.

Die Post musste 2015 Abschreibungen in Höhe von 131,9 Millionen Euro vornehmen, den größten Teil davon in Zusammenhang mit Verkauf und Strukturmaßnahmen der Tochter Trans-o-flex. Bei dem deutschen Unternehmen, das nun abgestoßen wurde, wurde eine unbare Wertminderung von Firmenwert und Vermögenswerten (non-cash) in Höhe von 125,8 Millionen Euro durchgeführt, erklärte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung. Umgekehrt gab es auch einen positiven Sondereffekt über 23 Millionen Euro in Zusammenhang mit Lohnnebenkosten.

Trans-o-flex-Verkauf muss noch abgesegnet werden

Unterm Strich machte die Post 2015 weniger Gewinn: Das Periodenergebnis beträgt 142,2 Millionen beziehungsweise 71,6 Millionen Euro nach Sondereffekten, so das Unternehmen. 2014 war im Geschäftsbericht ein Periodenergebnis von 146,8 Millionen ausgewiesen worden. Genaue Zahlen will die Post am 10. März bekanntgeben.

Der Verkauf der Trans-o-flex muss noch von den deutschen Wettbewerbshütern abgesegnet werden. Damit sei in den nächsten Wochen zu rechnen. Der nicht genannte strategische Investor werde den Weg der Konsolidierung fortsetzen und weiter auf das Kerngeschäft fokussieren. Die Trans-o-flex liefert einerseits Medikamente für den Pharmabereich, andererseits Elektronikartikel wie Fernseher.

Briefgeschäft weiter geschrumpft

Das Volumen des klassischen Briefgeschäfts der Post schrumpfte 2015 weiter. Die Briefmengen gingen um vier Prozent zurück, dafür legte das Volumen bei Werbesendungen um ein Prozent zu. Die Umsätze aus den Filialdienstleistungen blieben 2015 stabil.

Das Paketgeschäft entwickelte sich regional unterschiedlich. In Österreich wurde das Volumen um acht Prozent auf 80 Millionen Pakete gesteigert. In Südost- und Osteuropa entwickelte sich das Paketgeschäft laut Aussendung positiv, Umsatz und Ergebnis der deutschen Trans-o-flex blieben jedoch hinter den Erwartungen. (APA, 7.3.2016)

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