Aufregung um Asteroiden auf Erdkurs

Ansichtssache13. März 2016, 20:55
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grafik: nasa/jpl-caltech

Asteroid mit großem Unsicherheitsfaktor

In der vergangenen Woche näherte sich ein Asteroid der Erde, der sich in verschiedener Hinsicht als Unsicherheitsfaktor erwies. Der Brocken mit einem Durchmesser von 20 bis 50 Metern – also etwa doppelt so groß wie der Meteor von Tscheljabinsk – war am 6. Oktober 2013 im Rahmen des Catalina Sky Survey erstmals beobachtet worden. Nur drei Tage später verloren die Astronomen den Asteroiden wieder aus den Augen, weil seine Bahn ihn zwischen Erde und Sonne führte. Nach der Durchsicht älterer Himmelsaufnahmen, auf denen der 2013 TX68 getaufte Asteroid ebenfalls auftauchte, belief sich die Gesamtbeobachtungszeit auf zehn Tage – zu wenig für eine exakte Bahnanalyse.

Immerhin zeigten die Orbit-Berechnungen, dass sich 2013 TX68 irgendwann zwischen 6. und 10. März der Erde nähern würde, sie aber klar verfehlt. Es hätte aber durchaus knapp werden können: Die erwartbare Mindestdistanz für den Vorbeiflug lag demnach bei 30.000 Kilometern – das wäre ein gutes Stück innerhalb der Bahn von geostationären Satelliten gewesen. Letztlich war der Sicherheitsabstand dann doch größer. Das Minor Planet Center bestätigte am 7. März die Passage von 2013 TX68 in einer Distanz von rund 4 Millionen Kilometern, und zwar um einige Stunden früher als erwartet. Problematisch war in jedem Fall, dass sich 2013 TX68 aus Richtung der Sonne näherte, was ihn praktisch unsichtbar machte. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Asteroid bei seinen nächsten Besuchen 2017, 2046 und 2097 mit der Erde kollidieren könnte, wird von den Forschern als verschwindend gering eingestuft.

Aber was wäre geschehen, wenn 2013 TX68 die Erde Anfang der Woche doch getroffen hätte? Der Asteroid wäre mit einer Geschwindigkeit von etwa 55.000 Kilometer pro Stunde auf die Atmosphäre geprallt und hätte dabei ein explosives Feuerwerk veranstaltet, wäre aber vermutlich nicht völlig verglüht. Jener Teil, der die Erde erreicht, hätten bei einem angenommenen Einschlagswinkel von 45 Grad und in Abhängigkeit von dem Material, aus dem er besteht, einen zwischen 100 und 575 Meter großen Krater in den Erdboden geschlagen – für ein Siedlungsgebiet bedeutet das eine mittlere Katastrophe.

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