Gelb abgeholt: Doppelter Ärger für Junuzovic

6. März 2016, 21:20
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Nicht nur Werder-Coach Skripnik ist sauer auf den ÖFB-Legionär, auch der DFB ermittelt wegen unsportlichen Verhaltens

Bremen – Werder-Trainer Viktor Skripnik ist verärgert über die gelben Karten von Clemens Fritz und Zlatko Junuzovic. Die Mittelfeldspieler sind in der kommenden Partie in München gesperrt, und zumindest Junuzovic gab auch zu, dass er sich die Sperre absichtlich eingehandelt hat und es eine Absprache gab.

Hintergedanke ist die in München zu erwartende Chancenlosigkeit. Die über kurz oder lang kaum zu vermeidende Sperre wird lieber gegen die Bayern als in einem aussichtsreichen Spiel abgesessen.

Durch mehrfaches Anlaufen vor einem Freistoß in der 85. Minute holte sich Junuzovic seine fünfte gelbe Karte ab. "Das habe ich dem Schiedsrichter auch so gesagt. Ich muss doch niemandem absichtlich wehtun", sagte der Mittelfeldspieler. Ähnlich handelte Fritz, der durch einen Trikotzupfer seine zehnte Verwarnung provozierte. Das Bremer Duo folgte damit dem Beispiel des Aufsteigers Darmstadt 98, bei dem sich sogar fünf Profis vor der Reise zum Titelverteidiger eine Sperre abgeholt hatten, allerdings ohne das einzugestehen.

Skripnik "echt sauer"

"Ich weiß nicht, was die Spieler untereinander absprechen, aber wenn sie für sich entscheiden, sich eine Sperre zu holen, halte ich das für falsch", sagte Skripnik. "Ich habe in der Kabine schon ein paar kritische Worte für Zladdi gefunden." Er sei "echt sauer".

Geschäftsführer Tomas Eichin äußerte sich zum Foul von Fritz ausweichend: "Jeder Spieler muss selber entscheiden, wie er die Zweikämpfe führt." Skripnik sagte über das Spiel in München: "Auf so eine Partie schaut das ganze Land, da will man natürlich bestmöglich aussehen. Das wird ohne zwei solche Leistungsträger noch schwerer, aber wir wollen uns dennoch gut verkaufen."

DFB ermittelt

Junuzovic und Fritz droht eine Strafe des Deutschen Fußball-Bundes. Der Kontrollausschuss werde am Montag Ermittlungen wegen unsportlichen Verhaltens aufnehmen, bestätigte der DFB am Sonntag.

Die Eigenmächtigkeit der beiden Routiniers warf einen Schatten auf die sportlich erfolgreiche englische Woche der Bremer mit sieben Punkten aus drei Spielen. Nach dem hochverdienten 4:1 (2:1) gegen Schlusslicht Hannover 96 konnte man an der Weser bei drei Zählern Vorsprung auf Relegationsrang 16 ein wenig durchatmen. (APA, sid, 6.3.2016)

  • Zlatko Junuzovic hatte schon bessere Ideen.
    foto: apa/epa/jaspersen

    Zlatko Junuzovic hatte schon bessere Ideen.

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