Nato-Einsatz in Ägäis soll noch am Sonntag voll anlaufen

6. März 2016, 16:01
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Türkei und Griechenland verständigen sich auf Operationsgebiet – 18 Flüchtlinge am Sonntag vor türkischer Küste ertrunken

Berlin – Der Nato-Einsatz zur Ortung von Flüchtlingsbooten in der Ägäis soll noch am Sonntag voll anlaufen. Die Türkei und Griechenland hätten sich auf ein Operationsgebiet zwischen der griechischen Insel Lesbos und dem türkischen Festland verständigt und grünes Licht für den Einsatz der Nato-Schiffe dort gegeben, erklärte ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums am Sonntag.

Die Meerenge ist eine der wichtigsten Routen für Flüchtlinge und Migranten auf dem Weg von der Türkei nach Nordeuropa. Die Schiffe der Nato sollen ablegende Flüchtlingsboote der türkischen Küstenwache melden, damit diese sie stoppt.

Das Flaggschiff des Nato-Verbandes, der deutsche Versorger "Bonn", sei bereits unterwegs und werde noch im Laufe des Tages im Einsatzgebiet ankommen, sagte der Sprecher. Der Verband hatte der Küstenwache schon in den vergangenen Tagen Flüchtlingsboote gemeldet, konnte bisher aber wegen Unstimmigkeiten zwischen der Türkei und Griechenland nicht in das Hauptoperationsgebiet zwischen der Insel Lesbos und der türkischen Küste einfahren. Dadurch verzögerte sich der Beginn des eigentlichen Einsatzes. Die Mission spielt auch eine Rolle für den EU-Türkei-Gipfel am Montag in Brüssel, bei dem es um den weiteren Umgang mit der Flüchtlingskrise geht.

Bootsunglück

Einen Tag vor dem EU-Gipfel sind unterdessen mindestens 18 Migranten bei einem Bootsunglück in der türkischen Ägäis ertrunken. Die Küstenwache habe 15 weitere Menschen vor der Küste des westtürkischen Bezirks Didim gerettet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag. Zur Nationalität machte Anadolu keine Angaben.

Trotz der Zusage der Türkei, Flüchtlinge an der Überfahrt nach Griechenland zu hindern, versuchen immer wieder Menschen per Boot in die EU zu gelangen. Die EU-Chefs treffen sich am Montag in Brüssel mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu, um über das weitere Vorgehen in der Flüchtlingskrise zu verhandeln. (APA/dpa/Reuters, 6.3.2016)

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