Campari plant weitere Zukäufe

6. März 2016, 13:23
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Der Mailänder Spirituosenhersteller will weiter kräftig wachsen. Österreich zählt zu einem der wichtigsten Aperol-Spritz-Märkte

Der Mailänder Spirituosenhersteller Campari hat in der vergangenen Woche nicht nur mit einem kräftigen Gewinnplus und einer Dividendenerhöhung überrascht. Campari-Chef Bob Kunze-Concewitz erklärte auch im Gespräch mit dem Standard , dass er weitere Akquisitionen vorhabe. Womöglich noch heuer. Diese sollen das Kerngeschäft betreffen, dass heißt den Aperitif-, US-Whiskey oder Jamaica-Rum Bereich. "Wir wollen ins Spitzenfeld der fünf weltweit führenden Spirituosen-Hersteller aufrücken", sagte der Chef mit österreichischem Pass. Derzeit rangieren die Mailänder auf der internationalen Liste auf Platz Nummer 6. Der Sprung in die Top-5-Liste scheint nur mehr eine Frage der Zeit, auch wenn der Campari Chef meint: "Wichtig ist nicht so sehr, zur Nummer 4 oder 5 aufzusteigen, sondern unsere Expansionspolitik fortzusetzen."

Campari will auch 2016 kräftig wachsen, nachdem der Umsatz im Vorjahr um 6 % auf 1,66 Mrd. Euro zunahm. Grund für die Zuversicht ist das im vierten Quartal 2015 verzeichnete organische Umsatzwachstum, das sowohl die Analysten wie auch die Unternehmenserwartungen übertraf. Dies sei unter anderem auch einem verbesserten Produktmix im Konzern zu verdanken gewesen. ""Wir peilen teils ein organisches, teils ein Wachstum über Akquisitionen an. "

Bitter-Portfolio vervollständigt

Nach einer rasanten Akquisitionspolitik zwischen 2010 und 2014 ist es um Campari ruhiger geworden. Zu den bekanntesten Namen der Produktliste zählen neben den Klassikern der Aperitif-Branche wie Campari, Cynar, Aperol und Cinzano auch Glen Grant Whiskey, Ouzo 12, Weine wie Sella & Mosca und neuestens auch Bittergetränke, wie etwa die kürzlich erworbene Braulio, ein gereifter Amaro aus dem norditalienischen Valtellin, oder den Premium-Amaro Averna aus Sizilien. Kurzum, die über 150 Jahre alte Mailänder Traditionsfirma Campari hat ihr Bitter-Portfolio inzwischen vervollständigt und weist in diesem Bereich die weltweit größte Produktpalette auf. Insgesamt hält Campari 50 Marken im Portfolio

In Österreich hat sich das Geschäft weiterhin gut entwickelt. "Osterreich zählt – was den Pro Kopf Konsum betrifft, zu einem der wichtigsten Aperol-Spritz Märkte. Und der Aperol Konsum hat dort auch 2015 zugelegt" freut sich der Campari Chef, der aus einer österreichischen Familie stammt, seine Nostalgie zur Heimat in einem jährlichen Skiurlaub am Arlberg beweist.. "In Russland zeigte sich im letzten Quartal 2015 wieder eine Erholung, der Markt wird aber schwach bleiben." Zu den Russland-Sanktionen wollte Kunze-Concewitz keine Stellung nehmen. "Wir machen keine Politik." Doch zweifellos leiden die russischen Kunden unter mangelnden Bank-Krediten. (Thesy Kness-Bastaroli, 6.3.2016)

  • Campari hat sein Portfolio kräftig erweitert.
    foto: reuters/ho

    Campari hat sein Portfolio kräftig erweitert.

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