BMW ist 100: Vom Propellermotor zum Auto als Wohnzimmer

Ansichtssache7. März 2016, 16:49
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Wie die Zukunft für den bayrischen Autobauer BMW aussieht, hat Vorstandschef Harald Krüger am Montag mit mit dem "BMW Vision Next 100" skizziert. Das "Auto" kann komplett autonom fahren und wird zum "digitalen Chauffeur und persönlichen Begleiter" werden, so Krüger.

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Beim autonomen, vernetzten Fahren verschwinden Lenkrad und Mittelkonsole, der Innenraum wird zum Wohnzimmer, die Sitze von Fahrer und Mitfahrer drehen sich schräg zueinander. Der Fahrer kann aber auch selbst steuern – die Technik zeigt ihm dann Ideallinie und optimale Geschwindigkeit. Auf der Windschutzscheibe ist die Straße bei Nebel digital zu sehen, bei Gefahr hinter der nächsten Kurve wird eine Warnung eingeblendet. Ein solches Auto könnte in den nächsten 20 oder 30 Jahren kommen, sagte Krüger.

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Der Anlass für die Präsentation der Zukunftsvision ist der 100. Geburtstag. Vor 100 Jahren, am 7. März 1916, wurden die Bayerischen Flugzeugwerke gegründet. Später benannte man sie in Bayerische Motorenwerke um – mit dem Propeller als Firmensymbol.

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Heute ist BMW mit 116.000 Mitarbeitern und über 80 Milliarden Euro Umsatz einer der größten deutschen Konzerne. Vom mittelständischen Hersteller von Flugzeugmotoren ist der Autobauer zu einem der großen Autokonzerne geworden.

Im Bild: BMW 1500 (Archivfoto von 1962).

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Die beiden Großaktionäre Susanne Klatten und Stefan Quandt sowie 2.000 Mitarbeiter, Autohändler und Partner waren am Montag zur Jubiläumsfeier in der Münchner Olympiahalle eingeladen. In den weltweit 30 BMW-Werken wurden die Bänder angehalten, damit sich die Beschäftigten die Übertragung anschauen konnten – von Shenyang in China bis Spartanburg in den USA.

Im Bild: BMW-Verkauf in Beijing, China.

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Hier in Spartanburg steht inzwischen die größte BMW-Fabrik. Spartanburg komme mit der Arbeit im Moment kaum nach, heißt es, denn dort baut BMW den Großteil der derzeit besonders gefragten SUVs.

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Doch zurück in die Geschichte: Als BMW 1928 in Eisenach sein erstes Automobil fertigte – einen mit Lizenz des englischen Herstellers Austin gebauten Kleinwagen namens Dixi -, standen die Limousinen und Sportwagen von Daimler-Benz schon für automobilen Luxus. Angefangen hatte BMW als Rüstungsfirma. Im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg baute das Unternehmen vor allem Motoren für Militärflugzeuge.

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Im Zweiten Weltkrieg wurden etwa 25.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge beschäftigt, wie BMW-Historiker Manfred Grunert sagt. Inzwischen hat sich der Konzern auch entsprechende Entschädigungen gezahlt.

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Nach dem Krieg nahm BMW die Fertigung von Autos und Motorrädern wieder auf, brachte 1952 den teuren BMW 501 "Barockengel" (im Bild) auf den Markt und kurz darauf die winzige BMW Isetta. Aber Geld verdiente man damit nicht – es fehlte ein Mittelklasse-Modell. 1959 stand das Münchner Unternehmen vor der Pleite und der Übernahme durch Daimler.

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Doch dann stieg der Industrielle Herbert Quandt als Sanierer ein. Mit dem Mittelklasse-BMW 1500 und der Übernahme der Glas-Autowerke im niederbayerischen Dingolfing 1967 begann eine Erfolgsgeschichte. Eberhard von Kuenheim, BMW-Vorstandschef von 1970 bis 1993, erweiterte die Modellpallette und baute weltweit neue Werke.

Im Bild: Isetta

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Um im Wettbewerb mit Rivalen wie Daimler oder Volkswagen mithalten und auf größere Stückzahlen kommen zu können, übernahm BMW 1994 den britischen Autobauer Rover. Die versuchte Erweiterung vom Premium- zum Massenhersteller wurde jedoch zum Fiasko. Nach Milliardenverlusten folgte sechs Jahre später der Rückzieher. Nur die Marke Mini behielt BMW – und sie läuft recht erfolgreich. (Reuter/red, 7.3.2016)

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