Lawinenabgang in Tirol forderte ein Todesopfer

6. März 2016, 15:33
5 Postings

Tourengeher in Vorarlberg stürzte mit Schneewechte ab und blieb nahezu unverletzt

Birgitz/Mittelberg – Zwei Frauen und ein Mann sind am Sonntagnachmittag südlich der Birgitzköpfl-Hütte im Gemeindegebiet von Birgitz (Bez. Innsbruck Land) in freiem Skiraum auf 2.050 Meter von einer Lawine erfasst und mitgerissen worden. Die beiden Frauen wurden dabei verschüttet, der Mann kam auf dem Lawinenkegel zu liegen. Für eine der beiden Verschütteten, eine Spanierin, kam jede Hilfe zu spät.

Die zwei Frauen waren gegen Mittag gemeinsam mit dem Lebensgefährten der einen und einer weiteren Person – alle vier Staatsbürger verschiedener EU-Länder – auf Skiern bzw. mit Snowboards südlich von der Birgitzköpfl-Hütte in einen etwa 35 Grad steilen Hang eingefahren und wollten diesen unterhalb einer Lawinenverbauung in Richtung Axamer Lizum queren, teilte die Alpinpolizei Axams mit. Dabei löste sich oberhalb der Gruppe ein Schneebrett und riss den Snowboarder und die beiden Frauen rund 150 Meter weit mit.

Beide Frauen wurden dabei komplett verschüttet, bei einer der beiden war noch eine Hand zu sehen. Der Snowboarder kam auf dem Lawinenkegel zu liegen und blieb unverletzt. Andere Tourengeher, die den Vorfall beobachtet hatten, setzten einen Notruf ab und gruben anschließend die Snowboarderin aus, deren Hand aus den Schneemassen herausragte. Sie blieb ebenfalls unverletzt. Danach suchten die Skifahrer nach der anderen Verschütteten, konnten sie rasch orten und gruben sie aus. Da die Frau nicht mehr atmete, begannen sie mit der Reanimation, die der Notarzt nach seinem Eintreffen erfolglos weiterführte. Die Frau – laut Alpinpolizei Mitte 30 – verstarb noch an Ort und Stelle.

Gefürchteter Lawinenhang

Laut Bergrettung Axams ist der Westhang südlich des Naturfreundehauses ein gefürchteter Lawinenhang mit mehreren Lawinenverbauungen. Zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs seien insgesamt vier Tourengruppen in der Rinne unterwegs gewesen, laut Einsatzleiter Walter Stonig sei es jedoch "bei dieser Lawinenwarnstufe ein "No Go" da reinzugehen". "Das ist nicht nachvollziehbar", sagte er gegenüber der APA. Auf dem Hang habe absolutes Chaos geherrscht. Auch für die Einsatzkräfte sei die Bergung gefährlich gewesen.

An der Bergung waren unter anderem die Bergrettung Axams, mehrere Hundeführer, ein Notarztteam mit Hubschrauber und der Helikopter "Libelle" des Innenministeriums beteiligt.

Abgestürzt

Ein 31-jähriger Mann aus Leonberg in Deutschland ist unterdessen am Samstag im Kleinwalsertal auf einer Skitour in Richtung Hammerspitze mit einer Schneewechte etwa 250 Meter abgestürzt. Eine dadurch ausgelöste Lawine verschüttete den Mann kurzfristig, er kam aber schließlich auf den Schneemassen zu liegen. Der 31-Jährige erlitt lediglich Schürfwunden und einen Schock, teilte die Polizei mit.

Der Deutsche war gegen 12.45 Uhr gemeinsam mit sieben weiteren Tourengehern vom Wildental in Mittelberg in Richtung Hammerspitze unterwegs. Am Grat zwischen Hochgehrenspitze und Hammerspitze legten sie im Bereich einer Gedenkstätte im Grenzgebiet zu Deutschland eine Pause ein. Der 31-Jährige entfernte sich etwa fünf Meter von der Gruppe, um seine Notdurft zu verrichten. Dabei trat er etwas abseits des Sommerwanderpfades auf einen überdeckten Wechtenspalt und stürzte mit der Wechte ab.

Die Bergung gestaltete sich aufgrund der Wetterbedingungen schwierig. Die Bergrettungen des Kleinwalsertales und von Oberstdorf (Bayern) mussten mit Skiern über das Zweiländerskigebiet Kanzelwand/Fellhorn zur Unfallstelle aufsteigen. Der Abgestürzte wurde schließlich von den Bergrettungen Riezlern, Mittelberg und Oberstdorf geborgen.

53-jährige Tourengeherin in Tirol verschüttet

Eine 53 Jahre alte Wienerin und eine 55-jährige Frau aus dem Bezirk Kitzbühel sind Samstagmittag bei einer Skitour auf den Bärentalkopf im Gemeindegebiet von Hopfgarten (Bez. Kitzbühel) von einer Lawine teilweise verschüttet worden. Die Wienerin zog sich dabei eine Oberschenkelfraktur zu, ihre Begleiterin kam mit dem Schrecken davon, informierte die Tiroler Polizei.

Die beiden Frauen unternahmen mit dem 58-jährigen Ehemann der 55-Jährigen und einem weiteren 60 Jahre alten Tourengeher aus dem Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich eine Skitour von der Kelchsau in Richtung Bärentalkopf. Als sie gegen 12.15 Uhr auf einer Seehöhe von rund 2.000 Metern über einen etwa 35 Grad steilen Hang aufstiegen, löste sich oberhalb der Gruppe eine Schneebrettlawine und riss die Frauen etwa 40 Meter weit mit. Beide wurden teilverschüttet und konnten von ihren Begleitern rasch ausgegraben werden.

Aufgrund des starken Windes war eine Bergung der Verletzten mittels Hubschrauber nicht möglich. Sie wurden deshalb von der Bergrettung Hopfgarten nach der Erstversorgung mit dem Akja zum Helikopterstützpunkt gebracht und anschließend in das Bezirkskrankenhaus Kufstein geflogen. (APA, 6.3.2016)

Share if you care.