Marco Rubio als großer Verlierer

Analyse6. März 2016, 08:27
8 Postings

Marco Rubio scheint nicht der Mann zu sein, der Donald Trump die Stirn bieten kann

Es gibt einen großen Verlierer der republikanischen Vorwahlen vom Sonnabend: Marco Rubio. Es sieht immer mehr danach aus, als wäre nicht er der Mann, der es mit Donald Trump aufnehmen kann, sondern Ted Cruz, der erzkonservative Senator aus Texas, mit dem das Partei-Establishment genauso über Kreuz liegt wie mit dem New Yorker Immobilienunternehmer.

Im mittelwestlichen Kansas, wo evangelikale Christen den Ton angeben, gewann Cruz noch deutlicher, als es die Meinungsforscher prognostiziert hatten. Auch in Maine setzte er sich klar durch, während Trump in Kentucky und Louisiana als Erster durchs Ziel ging, allerdings jeweils mit knapperem Vorsprung als erwartet. Rubio, der sich mit dritten Plätzen und einem vierten Rang (in Maine, noch hinter John Kasich) begnügen musste, enttäuschte die Erwartungen und muss nun alle seine Hoffnungen auf Florida setzen. Wenn er dort, in seinem Heimatstaat, am 15. März die Primaries verliert, könnte es für ihn bereits vorbei sein. Gleiches gilt für Kasich, den Gouverneur Ohios, der in neun Tagen die Abstimmung in seinem Staat vorn liegen muss, will er seinen Verbleib im Rennen rechtfertigen.

Unterm Strich haben die Ergebnisse am sogenannten "Super Saturday" an der Dynamik des Rennens nur wenig geändert. Cruz bleibt Trump auf den Fersen, er hat nun sechs Vorwahlen für sich entschieden, während Trump elf Mal siegte. Am Dienstag steht im Automobilstaat Michigan ein wichtiger Test an, bevor in Florida und Ohio womöglich bereits die Vorentscheidung fällt. Sollte es Trump gelingen, sowohl Michigan als auch Florida oder Ohio zu gewinnen, dürfte ihm die Kandidatur kaum noch zu nehmen sein.

Bei den Demokraten muss Bernie Sanders am 8. März in Michigan gewinnen, will er das Blatt im Duell gegen Hillary Clinton noch wenden. Am Sonnabend gewann er in Kansas und Nebraska, wogegen seine Rivalin den Sieg in Louisiana davontrug. Die Resultate bestätigen das bisherige Bild: Während der Senator überall dort gut abschneidet, wo weiße Wähler dominieren, steht er im Süden, wo Afroamerikaner in aller Regel die Mehrheit der Parteibasis bilden, auf verlorenem Posten. (Frank Herrmann, Washington, 6.3.2016)

Share if you care.