Aktivisten: 135 Tote während bisheriger Waffenruhe in Syrien

5. März 2016, 14:02
17 Postings

In Regionen, in denen die Feuerpause gilt, wurden über 100 Menschen getötet, berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Beirut – Trotz der seit einer Woche geltenden Waffenruhe in Syrien sind in den Regionen, wo sie gilt, 135 Menschen getötet worden. Diese Zahl nannte am Samstag die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. In Gebieten, die nicht unter die Feuerpause fallen, kamen der Organisation zufolge seit dem 27. Februar 552 Menschen ums Leben.

Die Feuerpause beruht auf einer Vereinbarung zwischen den USA und Russland, die auch von der syrisches Regierung und den Rebellen angenommen worden war. Die radikalen Islamistengruppen IS und Al-Nusra-Front dürfen demnach aber weiter bekämpft werden. Die Opposition hat mehrfach Verstöße gegen die Waffenruhe beklagt. Insgesamt aber scheint das Abkommen zu halten.

Für kommende Woche sind neue Friedensgespräche geplant. Der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura rechnet jetzt mit einem Beginn am Donnerstag, wobei einige Teilnehmer jedoch erst am Freitag oder Montag anreisen würden.

Neuer Vorsitzender der Exil-Opposition

Einen neuen Vorsitzenden hat das größte Exil-Bündnis der syrischen Opposition gewählt. Die in Istanbul ansässige Syrische Nationale Koalition wählte am Samstag nach eigenen Angaben den 49 Jahre alten Anas al-Abdah zu ihrem Präsidenten.

Abdah lebt seit langem in Großbritannien und gilt als gemäßigter Islamist mit guten Beziehungen zum Westen. Der studierte Geologe folgt auf den syrischen Kurden Khaled Khoja, dessen Amtszeit abgelaufen war.

Die vom Westen unterstützte Nationale Syrische Koalition (SNC) ist ein Zusammenschluss verschiedener Oppositionsgruppen im Exil. Sie gehört zum Hohen Verhandlungskomitee (HNC) der Regimegegner, das für die Friedensgespräche mit dem Regime zuständig ist. (APA/Reuters, 5.3.3016)

Share if you care.