Argentinien plant milliardenschwere Bond-Emission im April

4. März 2016, 18:55
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Nach Einigung mit US-Gläubigern – Sofern beide Parlamentskammern der Streitbeilegung mit Fonds zustimmen

Buenos Aires – Argentinien will nach einer Einigung mit seinen US-Gläubigern schon im April an den internationalen Kapitalmarkt zurückkehren. Die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas wolle fünf-, zehn- und 30-jährige Anleihen nach US-Recht im Volumen von 11,68 Milliarden Dollar (10,72 Mrd. Euro) begeben, sagten hochrangige Vertreter des Finanzministeriums am Donnerstag dem Kongress.

Voraussetzung sei aber, dass die beiden Parlamentskammern der Beilegung des Streits mit den amerikanischen Hedgefonds zügig zustimmten. Die Bonds dürften mit einem Zinskupon von 7,5 Prozent ausgestattet werden.

Prinzipielle Einigung

Der gerichtlich bestellte Vermittler Daniel Pollack hatte vor kurzem erklärt, es gebe eine prinzipielle Einigung mit wichtigen Geldgebern, die auf eine Zahlung von rund 4,65 Milliarden Dollar hinauslaufe. Argentinien war 2002 in die Staatspleite gerutscht und hatte sich danach mit den meisten Geldgebern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen geeinigt. Mehrere Hedgefonds kauften die Bonds, die Argentinien nach US-Recht begeben hatte, damals zu einem Bruchteil des Nennwertes und pochten später auf volle Auszahlung. Argentinien stellte sich aber quer.

Im Zuge des Streits wurde das Land dann Mitte 2014 für zahlungsunfähig erklärt. Bewegung gab es erst Ende 2015 mit der Wahl von Mauricio Macri zum neuen Präsidenten des Landes. Macri hatte jüngst erklärt, er hoffe auf eine Einigung in den kommenden Wochen. Seine Vorgängerin Cristina Fernandez hatte die Kläger als "Geierfonds" geschmäht. (APA, 4.3.2016)

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