"El Chapo" reiste zwei Mal während seiner Flucht in die USA ein

5. März 2016, 09:13
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Mexikanischer Drogenboss will nun dorthin ausgeliefert werden

Mexiko-Stadt – Der mexikanische Drogenboss Joaquin Guzman ("El Chapo")ist nach Angaben seiner Tochter während seiner fünfmonatigen Flucht zwei Mal in den USA gewesen. So sei ihr Vater unter anderem kurz nach dem Treffen mit US-Schauspieler Sean Penn im Oktober in Kalifornien gewesen, um sich ihr neues Haus anzusehen, sagte Rosa Isela Guzman Ortiz der britischen Zeitung "The Guardian" vom Freitag.

Die 39-Jährige hat die US-Staatsbürgerschaft und lebt mit ihren vier Kindern in Kalifornien. Wie der Gesuchte es schaffte, die Grenze zu überqueren, wollte sie nicht verraten. Die USA fordern die Auslieferung des mutmaßlichen Bosses des Drogenkartells Sinaloa. Mittlerweile will er nach Angaben seines Anwalts selbst dorthin ausgeliefert werden, weil er sich in Mexiko nicht mehr sicher fühlt.

Tochter erhebt Vorwürfe gegen Regierung

Die Tochter des Drogenbosses hat zudem schwere Vorwürfe gegen die mexikanische Regierung erhoben. Rosa Isela Guzman Ortiz sagte der britischen Zeitung "The Guardian", es habe ein Abkommen zwischen dem Chef des Sinaloa-Kartells und den Behörden gegeben.

"Die Regierung hat ihr Versprechen gebrochen", sagte die älteste Tochter von "El Chapo" in dem am Freitag veröffentlichten Interview. "Jetzt, nachdem sie ihn festgenommen haben, sagen sie, er sei ein Verbrecher, ein Mörder. Das haben sie nicht gesagt, als sie um Geld für ihre Wahlkampfkampagnen gebeten haben. Sie sind Heuchler."

Nach seinem spektakulären Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis im Juli war Guzman im Jänner erneut gefasst worden. Zunächst wehrte er sich gegen seine Auslieferung in die USA, wo ihm unter anderem Mord, Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen werden. In dieser Woche änderte er allerdings seine Strategie und wies seine Anwälte an, die Auslieferung voranzutreiben und mit den US-Behörden über Hafterleichterungen zu verhandeln. "El Chapos" Ehefrau Emma Coronel hatte zuletzt über schlechte Haftbedingungen ihres Manns in Mexiko geklagt. (APA, 5.3.2016)

  • Joaquín Guzmán, genannt El Chapo, bei seiner Verhaftung am 8. Jänner 2016 in Mexiko.
    foto: ap photo/eduardo verdugo

    Joaquín Guzmán, genannt El Chapo, bei seiner Verhaftung am 8. Jänner 2016 in Mexiko.

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