Dortmund will Bayern ins Wanken bringen

4. März 2016, 14:51
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BVB wäre bei Heimsieg über Münchner nur noch zwei Zähler zurück – Guardiola: "Alle wollten immer mehr Spannung in der Bundesliga. Jetzt habt ihr sie"

Dortmund – Borussia Dortmund hat Lunte gerochen. Nach der ersten Heimpleite der Saison scheint der zuvor der Titelverteidigung entgegen eilende FC Bayern in der Bundesliga nicht mehr unbesiegbar. Gehen die Münchner im deutschen Fußball-Gipfel am Samstagabend in Dortmund (18.30 Uhr) erneut als Verlierer vom Spielfeld, wäre BVB neun Runden vor Saisonende plötzlich nur noch zwei Zähler hinter dem Spitzenreiter.

Bayern-Trainer Pep Guardiola hoffte vor dem deutschen Pedant zum spanischen Clasico auf ein "Spektakel" und freute sich auf "eines der besten Spiele in Europa". Das Hinspiel gestaltete der Rekordmeister ganz nach seinem Geschmack. 5:1 siegten die Bayern im Herbst. Nun scheint aber die Abwehr aufgrund von Ausfällen geschwächt. Neo-Innenverteidiger David Alaba wird gegen Pierre-Emerick Aubameyang und Co. gefordert sein.

Mit Lob für den Konkurrenten geizte Guardiola nicht. "Das ist eine der besten Mannschaften in Europa und der beste Bundesliga-Konkurrent aller Zeiten, der beste Zweite", sagte der Spanier über die Dortmunder. Sein Gegenüber Thomas Tuchel sei ein "top, top, top, top Trainer". Die beiden trafen sich einst in einer Münchner Bar zum Fachsimpeln, sollen damals verschiedene Strategien mit Salz- und Pfefferstreuern durchgearbeitet haben.

Wochenlang schienen die Bayern unaufhaltsam ihrem 26. Meistertitel entgegenzusteuern. Titel Nummer vier in Folge wäre ein Rekord in der deutschen Liga. Der unerwartete 1:2-Patzer gegen Mainz lässt den Verfolger aber noch einmal von der Meisterschale träumen. "Alle wollten immer mehr Spannung in der Bundesliga. Jetzt habt ihr sie. Also alles gut", meinte Guardiola süffisant.

Rummenigge: "Ich hoffe, dass wir ungerupft vom Platz gehen"

Ähnlich wie Guardiola wirkte auch Karl-Heinz Rummenigge vor dem in 208 Länder übertragenen Gipfeltreffen nicht unbedingt locker. "Ich hoffe, dass wir ungerupft vom Platz gehen. Wenn wir mit acht Punkten Vorsprung nach Dortmund gefahren wären, wären wir etwas entspannter gewesen", bekannte der Münchner Vorstandschef. "Das wird jetzt ein Spiel, das wir sicherlich nicht verlieren dürfen."

Beim Gegner wird man die leichte Nervosität in München gerne vernehmen. In den vergangenen Jahren ging es im Duell der besten deutschen Mannschaften nur ums Prestige. Am Samstag steht erstmals seit 2012, als Dortmund mit einem 1:0-Heimsieg den Titelkampf praktisch zu seinen Gunsten entschied, wieder mehr auf dem Spiel. Der BVB will vor 81.359 Zuschauern der ausverkauften Arena die Wende im Titelzweikampf einläuten.

"Wir wollen alles noch mal spannend machen. Sehr spannend sogar", verkündete Dortmunds Kapitän Mats Hummels. Sein Trainer sah eine Situation ganz nach Geschmack der Hausherren. "Wir haben eine Ausgangslage, die wir uns so gewünscht haben, und die Möglichkeit, ganz nah hinzurücken. Der Ball liegt bei uns. Wir werden alles dransetzen, den Bayern eine schwere Zeit zu bereiten", betonte Tuchel, der wie Guardiola zuletzt Stammkräfte schonte. In Darmstadt gewann Dortmund dennoch ungefährdet mit 2:0.

Die Brisanz der Partie erhöht das Duell der beiden momentan besten Bundesliga-Schützen Robert Lewandowski (23 Treffer) und Pierre-Emerick Aubameyang (22). Die beiden Angreifer lieferten sich zuletzt ein bemerkenswertes Wettschießen und bringen es zusammen auf 45 Tore. Das gab es zuletzt vor 42 Jahren, als Gerd Müller und Jupp Heynckes zu diesem Zeitpunkt in Summe ebenfalls 45 Treffer geglückt waren. (APA, 4.3.2016)

  • Dortmund-Trainer Tuchel kann auf den Rückhalt von 81.359 Zuschauern zählen.
    foto: apa/afp/thissen

    Dortmund-Trainer Tuchel kann auf den Rückhalt von 81.359 Zuschauern zählen.

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