Shakespeare in Carnuntum: Zeitlose Stücke in alten Mauern

4. März 2016, 14:45
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Zum 400. Todestag des Dichters wartet die Art Carnuntum mit so einigem auf

Wien – "Sein oder nicht sein" – dieser seit Hamlet Frage aller Fragen stellt Piero Bordin eine neue zur Seite: "London oder Carnuntum?" Zum 400. Todestag William Shakespeares tut es Bordins Art Carnuntum dessen Wirkungsstadt London nämlich gleich und richtet dem Großdichter ein Fest aus.

Los geht jenes am 19. April mit dem Dänenprinzen im Kaiserlichen Festschloss Hof, wo Shakespeare's Globe Theatre London (SGTL) nur wenige Tage vor Abschluss seiner Globe to Globe-Welttournee wieder einmal einkehrt. Zwei Jahre ist dessen Hamlet durch alle Länder gezogen – bis auf Nordkorea und drei afrikanische Staaten, die wegen der Ebola-Epidemie ausgelassen werden mussten. Regie führt Dominic Dromgoole, zu erwarten ist "ursprüngliches, authentisches Theater ohne Klimbim, dafür mit herausragenden Schauspielern", erklärt Bordin begeistert.

Spaziergang und Filmfest

Überhaupt macht die Ausgrabungsstätte der Metropole mit ihrem Programm Konkurrenz. Dem am Ufer der Themse installierten, von Großbildschirmen mit Ausschnitten aller 37 Shakespeare-Stücke flankierten "Walk" hält man im Archäologischen Park Carnuntum sodann einen visuellen und akustischen "Spaziergang" mit Ausschnitten und Rezitationen aus Stücken entgegen, die der Dichter in der Antike angesiedelt hat. Nicht nur hat er die Figuren alter Mythen nämlich oft adaptiert, sondern rund ein Drittel seiner Geschichten auch an frühere Schauplätze verpflanzt, etwa den Sommernachtstraum nach Athen.

Ein solcher soll auch das für 4. bis 6. August anberaumte nächste Gastspiel des SGTL mit The two Gentlemen of Verona im Römischen Amphitheater Petronell-Carnuntum werden. Und nicht minder soll eine Fest-Woche mit Filmen über den Dichter beziehungsweise Verfilmungen seiner Stoffe und ein "Fest für William" mit dem 1. Frauenkammerorchester Österreich dem Dramatiker huldigen. "Sie merken, ich bin stolz darauf", sagt Bordin über sein Programm. Genaue Daten zu letzteren beiden Veranstaltungen stehen noch aus.

Ebenso wie für The Summit/Der Gipfel, ein vom Intendanten Bordin selbstverfasstes Dokumentarstück über die Kaiserkonferenz von Carnuntum 308 n. Chr. zur Zukunft der römischen Tetrarchie. Aber das ist eine andere Geschichte. (wurm, 4.3.2016)

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