FSME-Impfstoff: Eine österreichische Erfindung

4. März 2016, 12:03
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Vor 40 Jahren startete die erste industrielle Produktion eines FSME-Impfsoffes in Orth an der Donau. Der US-Pharmakonzern Pfizer hat die Produktion 2014 übernommen

In den 1920er-Jahren wurde bei Waldarbeitern in der Nähe von Wiener Neustadt ein Krankheitssymptom, ähnlich der Kinderlähmung, entdeckt. 1956 gelang es Hans Moritsch und Josef Krausler, das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME-Virus), das die Krankheit verursachte, aus fünf Zecken aus der Region Neudörfl zu isolieren. Der Wiener Virologie-Pionier Christian Kunz entwickelte daraufhin im Jahr 1973 einen Impfstoff. Seine Versuche, internationale Pharmaunternehmen für die industrielle Herstellung und Vermarktung zu gewinnen, scheiterten jedoch.

Die damalige Wiener Immuno AG sprang ein und führte den Impfstoff zur industriellen Reife. Die Produktion des Unternehmens in Orth an der Donau startete 1976. Seit damals wird der Impfstoff eingesetzt. Mit einem Festakt wurde der 40. Geburtstag nun gefeiert.

"Mein Mitarbeiter, Dr. Hofmann, und ich haben uns gegenseitig geimpft und warteten ab, wie der Test ausgehen würde", erzählte Kunz einmal über die erste Anwendung am Menschen. Seit 1981 findet jährlich eine österreichweite Informationskampagne mit Impfaktion statt. 2015 lag die Durchimpfungsrate in Österreich bei 85 Prozent, dennoch gab es 64 dokumentierte FSME-Erkrankungsfälle.

Der US-Pharmakonzern Pfizer hat im Dezember 2014 die Produktionsstätte in Orth an der Donau mitsamt seinen Mitarbeitern übernommen. 1996 war die Immuno AG vom damaligen US-Konzern Baxter übernommen worden. (APA, 4.3.2016)

  • Vor 40 Jahren startete die erste industrielle Produktion eines FSME-Impfstoffes in Orth an der Donau.
    foto: apa/dpa-zentralbild

    Vor 40 Jahren startete die erste industrielle Produktion eines FSME-Impfstoffes in Orth an der Donau.

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