Super Tuesday ließ US-Amerikaner nach "Auswanderung" googeln

4. März 2016, 11:26
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Entsprechende Anfragen am Wahltag mehr als verzehnfacht – Großes Interesse an Kanada

Am Dienstag haben in zahlreichen US-Bundesstaaten bei Republikanern und Demokraten Vorwahlen stattgefunden. Über sie wird der jeweilige Parteikandidat für das Rennen um die Nachfolge von Barack Obama im Präsidentenamt ermittelt. Aufgrund der Gleichzeitigkeit vieler Abstimmungen und der der entsprechenden Bedeutung für den restlichen Wahlverlauf wird dieser März-Termin landläufig als Super Tuesday bezeichnet.

Durchgesetzt haben sich dabei auf beiden Seiten die Favoriten. Bei den Demokraten gewann Hillary Clinton in den meisten Bundesstaaten, bei den Republikanern blieb der umstrittene Geschäftsmann Donald Trump auf seinem Erfolgskurs. Bei Mashable hat man nun einen Nebeneffekt des Wahldienstags ermittelt: Zahlreiche Bürger informierten sich an diesem Abend auf Google über "Auswanderung" .

foto: ap
In Massachussetts deklassierte Trump seine innerparteiliche Konkurrenz. Hier gab es bei den Google-Anfragen nach Auswanderungsmöglichkeiten einen besonders starken Zuwachs.

Großes Auswanderungsinteresse in Massachusetts

Der Anstieg der Suchanfragen ist beachtlich und lag deutlich über dem üblichen Schnitt. Insbesondere in Massachusetts schien der Wahlgang bei vielen Menschen das Interesse an einem neuen Lebensmittelpunkt zu wecken.

Mit 50 zu 49 Prozent war hier der Vorsprung von Hillary Clinton auf ihren einzigen verbliebenen Widersacher Bernie Sanders knapp. Bei den Republikanern verlief der Urnengang allerdings eindeutig: Trump gewann mit 49 Prozent beinahe jede zweite Stimme. Seine stärksten Widersacher Ted Cruz, John Kasich und Marco Rubio vereinten lediglich 18 (Rubio, Kasich) beziehungsweise zehn Prozent (Cruz) der Stimmen auf sich.

Kanada als Wunschziel

Ob Trumps Erfolg Hauptauslöser für das Auswanderungsinteresse ist, lässt sich freilich nur spekulieren. Hinsichtlich ihres Ziels scheinen viele Amerikaner allerdings klare Vorstellungen zu haben: Sie interessieren sich für ihren nördlichen Nachbarn Kanada. Die Anfrage "How can I move to Canada" (Wie kann ich nach Kanada ziehen?) lag 11,5-fach über dem üblichen Niveau, "Moving to Canada" legte um 110 Prozent zu, "Can I move to Canada" um 90 Prozent.

Möglicherweise sorgte das Interesse auch für eine Überlastung der Server der kanadischen Regierung. Deren Website für Immigrationsfragen zeigte um Mitternacht einen Hinweis an, dass es derzeit bei der Nutzung der Seite zu Verzögerungen komme. Allerdings taucht dieser Hinweis auch aktuell noch auf, sodass ein Zusammenhang mit dem Super Tuesday unwahrscheinlich scheint.

foto: mashable/google trends
Die Suchanfragen zu einer Auswanderung nach Kanada.

Kanadische Insel warb um "Trump-Flüchtlinge"

Bei Heise hat man ein potenzielles Auswanderungsziel für jene US-Bürger erspäht, die ihren Plan in die Tat umsetzen möchten. Die vorgelagerte Insel Cape Breton bemüht sich offensiv um neue Einwohner, da man schon länger mit Abwanderung und Überalterung zu kämpfen hat.

Kurzzeitig nutzte man sogar den Erfolg von Trump als Vehikel für die Kampagne, betont aber, Menschen jeder Herkunft, Kultur und politischen Präferenz zu begrüßen. Geworben wird ansonsten auch mit mildem Klima und den niedrigsten Immobilienpreisen im nordamerikanischen Raum. (gpi, 4.3.2016)

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