Digital gegen den Gender-Gap

5. März 2016, 15:00
10 Postings

Tragen digitale Fähigkeiten dazu bei, den Gender-Gap in der Arbeitswelt zu verringern? Von den Beratern bei Accenture gibt es ein klares Ja

Pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März trudeln jedes Jahr Ideen und Rezepte ein, wie der Unterschied zwischen den Geschlechtern hinsichtlich Gehalt, Karrierechancen und Bildung verkleinert werden kann. Bei Accenture konzentriert man sich dieses Jahr auf digitale Fähigkeiten als Geheimwaffe: 5000 Frauen und Männer wurden weltweit dazu befragt, wie digitale Skills dazu beitragen, den Gender-Gap in der Arbeitswelt zu verringern.

Was digitale Fähigkeiten sind

Gemeint ist dabei der Umgang mit digitalen Technologien im Alltag – das Nutzen von Internet und mobilen Geräten, Apps und Software – von speziellen Fähigkeiten wie Programmieren ist aber nicht die Rede. "Digitale Skills ermöglichen flexibles Arbeiten und somit potenziell eine bessere Work-Life-Balance. Digital vernetzt zu sein hilft, öffnet Zugänge zu Job- und Karriereplattformen und Weiterbildungsangeboten", heißt es bei Accenture.

Österreich im Mittelfeld

Was die digitalen Fähigkeiten von Frauen betrifft, liege Österreich lediglich auf Rang 16 im internationalen Vergleich. Etwas besser seien die Ergebnisse beim Bildungsniveau und Zugang zu Beschäftigung, wobei sich das nicht im selben Maß auf die Karrierechancen niederschlage – im Geschlechtervergleich schneiden Männer hier deutlich besser ab.

Keine Wunderwaffe

Das mittelmäßige Ergebnis überraschte auch die Berater, es bestehe dringender Handlungsbedarf. Allerdings sieht man auch bei Accenture ein, dass sich nicht alle Barrieren mit digitalen Fähigkeiten überwinden lassen. Es erfordere deswegen gesellschaftliche Anerkennung von Karrierewünschen von Frauen, bessere Aufstiegsmöglichkeiten für Teilzeitbeschäftigte, Förderung von Frauen in Unternehmen – insbesondere für Führungsaufgaben – und die gezielte Ansprache von Mädchen und jungen Frauen für Mint-Studien.

Die Forderungen bleiben also die alten, und um Karriere- und Jobchancen langfristig zu verbessern, braucht es mehr, als nur das Smartphone bedienen zu können. In einer digitalisierten Welt, in der ohne Basics bezüglich Internet und mobilen Geräten sowie Apps nicht nur die Jobsuche, sondern auch der Alltag erschwert ist, verwundert das wenig. Die Wunderwaffe entpuppt sich also eher als Grundausrüstung. (lhag, 5.3.2016)

Schwerpunkt: Geschlechterverhältnisse

Wer vorurteilsfrei, aber auch realitätsnah über Vorkommnisse wie etwa die Silvesternacht in Köln nachdenken will, landet in einer komplexen Gemengelage, die Fragen nach Sexismus und Rassismus, aber auch Kulturrelativismus aufwirft. Wie sehen sie aus, die Geschlechterverhältnisse im Jahr 2016?Welche Rolle spielen dabei die sozialen Verhältnisse, welchen Einfluss haben die Religionen und ihre Männer- und Frauenbilder? Wo gilt es, die Errungenschaften der Aufklärung und Emanzipation mit Nachdruck zu verteidigen?

DER STANDARD legt in einer Schwerpunktausgabe, die mit Werken der Künstlerin Nilbar Güres illustriert wird, die Geschlechterverhältnisse unter das journalistische Brennglas und beleuchtet sie aus verschiedensten Perspektiven.
  • "Digitale Skills ermöglichen flexibles Arbeiten und somit potenziell eine bessere Work-Life-Balance. Digital vernetzt zu sein hilft, öffnet Zugänge zu Job- und Karriereplattformen und Weiterbildungsangeboten", heißt es bei Accenture.
    foto: istock

    "Digitale Skills ermöglichen flexibles Arbeiten und somit potenziell eine bessere Work-Life-Balance. Digital vernetzt zu sein hilft, öffnet Zugänge zu Job- und Karriereplattformen und Weiterbildungsangeboten", heißt es bei Accenture.

  • 100 Punkte waren maximal erreichbar – die USA liegen mit 55 vorn. Österreich ist nur im Mittelfeld zu finden.
    grafik: der standard

    100 Punkte waren maximal erreichbar – die USA liegen mit 55 vorn. Österreich ist nur im Mittelfeld zu finden.

Share if you care.