UPC-Chef Tveter: Es gibt keine Überlastung im Netz

4. März 2016, 08:27
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"Kundenzufriedenheit ist auf einem akzeptablen Level" – Probleme mit Netflix bestätigt

Österreichs größter Kabelnetzbetreiber UPC will sein Netz ausbauen und die Internetgeschwindigkeit steigern. Dass das Netz derzeit in den Abendstunden überlastet sei, stellte UPC-CEO Eric Tveter am Donnerstag aber in Abrede. "Mir liegt der Bericht aus dem Callcenter vom Mittwoch vor, die Kundenzufriedenheit ist auf einem akzeptablen Level."

Einzelfälle

Angefacht hat die jüngste Debatte ein Artikel des STANDARD, dem zahlreiche Nutzerbeschwerden über massive Performanceeinbrüche bei zu Spitzenzeiten zugrundeliegen. UPC hingegen sieht kein flächendeckendes Problem und spricht von Einzelfällen. Auch bei der Telekom-Regulierungsbehörde RTR gibt es aktuell keine Häufung an Beschwerden, wie dort es auf Anfrage hieß.

WLAN-Frequenzen der Modems

Oft liege es an den WLAN-Frequenzen der Modems, die einander überlagern und das Internet bremsen, argumentiert UPC und bittet betroffene Nutzer, sich an den Kundenservice zu wenden. Dort allerdings, wo Glasfaserverstärkerpunkte – sogenannte Fiber Nodes – im roten Bereich seien, baue man laufend neue Knoten ein. Zur Erklärung: Ein Node ist nur für eine gewisse Zahl an Nutzern und Bandbreite ausgelegt, sind zu viele gleichzeitig online, sinkt die Geschwindigkeit.

Das Problem mit Netflix

Unabhängig davon gibt es seit längerem Geschwindigkeitsprobleme mit Streams von Netflix. Sowohl UPC als auch die Video-on-Demand-Plattform räumen die Störung ein. Tveter erklärte, man arbeite mit Netflix an einer Lösung, verantwortlich sei aber der Videostreaming-Anbieter, der Änderungen vorgenommen habe.

Datenverkehr um 50 Prozent gestiegen

Vor allem aufgrund neuer Videoangebote wie Netflix und Amazon Prime ist der Datenverkehr im Internet derzeit stark im Steigen. 2015 gab es laut UPC einen Anstieg um 50 Prozent. Der Kabelanbieter reagiert darauf mit einem Sonderinvestitionsprogramm namens "Autostrada", wie Tveter erklärte.

Zusätzlich zu den 60 Millionen Euro, die das Unternehmen jährlich in die bestehende Infrastruktur in Österreich investiert, gibt es einen mit 250 Millionen Euro gefüllten Topf. Das Geld soll innerhalb der nächsten fünf Jahre in Österreich und der Schweiz ausgegeben werden, rund zwei Drittel seien für die Schweiz und ein Drittel für Österreich reserviert, so Tveter. Für UPC Österreich und UPC Schweiz gibt es seit 2014 eine gemeinsame Regionalorganisation.

"Replay TV"

Tveter will "Replay TV" auch nach Österreich bringen. Bei der Schweizer Schwestergesellschaft UPC Cablecom, die Tveter ebenfalls leitet, gibt es diese zentrale Aufnahmefunktion schon seit längerem, in Österreich stehen rechtliche Hürden im Weg. Tveter geht aber davon aus, dass "Replay TV" künftig auch in Österreich erlaubt sein wird. Bei "Replay TV" zeichnet der Anbieter alle TV-Programme auf, und die Kunden können sie bis zu sieben Tage zeitversetzt abrufen.

Mobilfunk mit Smartphones

Voraussichtlich noch im Frühjahr bringt UPC in Österreich seine neue TV-Box "Horizon" samt neuer Tarifpakete auf den Markt. Ebenfalls im Lauf des Jahres will UPC den Verkauf und die Finanzierung von Smartphones starten. Angeboten werden sollen "die üblichen Verdächtigen", also iPhones und Samsung-Geräte. Bisher bietet der Kabelnetzbetreiber nur Sim-Karten an. (APA, red 4.3.2016)

  • UPC-CEO Eric Tveter sieht keine Probleme.
    foto: standard/hendrich

    UPC-CEO Eric Tveter sieht keine Probleme.

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