Republikanische Bewerber würden Trump unterstützen

Video4. März 2016, 06:27
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Im Fall einer Nominierung wollen die heutigen Konkurrenten sich für den Immobilienmilliardär einsetzen

Washington – Die jüngste TV-Debatte der Republikaner hat in der Nacht auf Freitag mit einer Überraschung geendet: Alle Bewerber versprachen, am Ende der Vorwahlen den Präsidentschaftskandidaten der Partei zu unterstützen – auch wenn es Donald Trump sein sollte.

Seine verbliebenen Konkurrenten Ted Cruz, Marco Rubio und John Kasich sagten das dem Milliardär für den Fall eines Sieges am Nominierungsparteitag zu. Dieses Signal der Einigkeit war nicht unbedingt erwartet worden. Führende Parteivertreter versuchen seit Tagen einen Kandidaten Trump zu verhindern. Das Unterstützungsversprechen aller Kandidaten läuft dieser Strategie vollkommen zuwider.

Weite Teile der Debatte in Detroit bestanden aus heftigen gegenseitigen Anwürfen und dem erfolglosen Versuch, Trump niederzuringen. Bei der elften TV-Auseinandersetzung der Republikaner handelte es sich weniger um eine inhaltliche Debatte als einmal mehr um eine Trump-Show, obwohl der Milliardär nicht seinen besten Abend hatte.

Pleiten von Trumps Casinos Thema

Rubio stürzte sich sofort auf Trumps Werdegang als Geschäftsmann. Mit Verweis auf die Pleiten einiger seiner Casinos und fehlgeschlagene Unternehmungen des Trump-Imperiums versuchte Rubio das Image des erfolgreichen Geschäftsmanns zu zerstören: "Sie haben in ihrem Leben nie jemanden angestellt", antwortete Trump. "Ich habe zehntausenden Menschen eine Stelle gegeben."

Der erzkonservative Cruz erinnerte daran, dass Trump in der Vergangenheit zehn Schecks für diverse Kampagnen der Demokratin Hillary Clinton ausgestellt habe. "Das war wegen der Geschäfte", rechtfertigte sich Trump.

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Schwierigkeiten bekam Trump auch bei seiner als besonders hart bekannten Haltung zur Einwanderung. Der "New York Times" soll er im Hintergrundgespräch gesagt haben, dass er in der Frage der illegalen Einwanderer flexibel sei, obwohl er öffentlich verkündet hatte, sie ausweisen zu wollen. Trotz Drucks von allen Seiten weigerte sich Trump mehrfach, der Zeitung zu erlauben, die Aufnahmen zu veröffentlichen. "Ich habe einen sehr soliden Kern", sagte Trump dazu. "Aber ich habe noch nie gesehen, dass jemand ohne eine gewisse Flexibilität erfolgreich ist."

Obszöne Anspielungen

Die harten Angriffe der vier republikanischen Bewerber bei der TV-Debatte – neben Trump, Cruz und Rubio noch der Gouverneur John Kasich – erinnerten an den Schlagabtausch von Mitte Februar. Diesmal schaffte es Trump, das Niveau noch einmal zu unterbieten: durch eine obszöne Anspielung auf seine eigenen Genitalien. Trump bezog sich auf einen Vorwurf Rubios, dass er kleine Hände habe, und erklärte: "Wenn sie klein sind, muss auch etwas anderes klein sein. Ich garantiere Ihnen, da gibt es kein Problem." Offensichtlich bestürzt über das Niveau der Debatte, hob Kasich erneut hervor, dass er der vernünftigste Bewerber sei.

Die TV-Debatte bildete den Abschluss eines bewegten Tages für die Republikaner. Weil der von der Parteiführung lange nicht ernst genommene Trump nach Vorwahlen in 15 der 50 Bundesstaaten bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag klar vorne liegt, hatte der einflussreiche Republikaner Mitt Romney am Donnerstag eindringlich vor ihm gewarnt. Der Milliardär habe "weder das Temperament noch das Urteilsvermögen" für das Präsidentenamt, sagte Romney. Er warf Trump auch Charakterschwächen vor und mokierte sich über gescheiterte unternehmerische Projekte des Geschäftsmanns: Trumps wirtschaftspolitische Ideen würden das Land in eine "lange Rezession" stürzen, warnte Romney, der 2012 im Rennen gegen den Demokraten Barack Obama gescheitert war. (APA, red, 4.3.2016)

  • "Ich habe nie gesehen, dass jemand ohne Flexibilität erfolgreich ist", sagt Donald Trump und will damit seine zahlreichen politischen Positionsänderungen erklären.
    foto: apa/afp/getty images/chip somode

    "Ich habe nie gesehen, dass jemand ohne Flexibilität erfolgreich ist", sagt Donald Trump und will damit seine zahlreichen politischen Positionsänderungen erklären.

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