Heta: Schelling blitzt mit neuem Angebot an Gläubiger ab

4. März 2016, 11:42
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Gläubiger bewerten das neue Angebot des Finanzministeriums abschlägig

Wien – Hans Jörg Schellings (ÖVP) Versuch, die Heta-Gläubiger mit einer Nachbesserung beim Anleihenrückkauf zur Annahme des Angebots zu bewegen, ist rasch gescheitert. Eine Gläubigergruppe, die mehr als fünf Milliarden Euro an Heta-Anleihen hält, hat das aufgeputzte Offert – wie vom STANDARD angekündigt – am Freitag zurückgewiesen.

Das neue Angebot "verfehlt das Ziel der vollen Abgeltung der Ansprüche nach wie vor deutlich", erklärte die Gläubigergruppe in einer Aussendung. Der Marktwert der Zerobonds, die Schelling anbietet, könnte sogar noch unter den 75 Prozent liegen, die das Land Kärnten als Barabfindung anbietet. "Damit ist eine Annahme von Rückkaufangebot und zusätzlichem Angebot für diese Gläubiger nach wie vor nicht vertretbar," heißt es in der Stellungnahme.

Gläubiger wollen keinen Präzedenzfall schaffen

Dass sich Österreich in der Sache bewegt, sei zwar erfreulich. Allerdings wollen die Gläubiger mit der Annahme des Angebots keinen "Präzedenzfall" schaffen, bei dem landesbehaftete, mündelsichere Forderungen geschnitten werden. Am Donnerstag hatte sich schon die kleinere Gläubigerschutzgemeinschaft Teutonia mit einem Anleihevolumen von 200 Millionen Euro negativ zu Schellings Offert geäußert.

In exakt einer Woche läuft das Angebot aus. Gibt es bis dahin keine Einigung – für eine Annahme ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich –, droht die Pleite Kärntens. Insider rechnen damit, dass Schelling neuerlich nachbessern wird. Er hatte versucht, die Quote von 75 Prozent durch Auflegen einer Nullzinsanleihe, die Gläubiger begünstigt erwerben können, zu verbessern. Tatsächlich steigt das Angebot dadurch auf 82 oder 83 Prozent.

Schelling-Angebot bereits online

Für Schelling hat das den Charme, dass die Transaktion zu keinen direkten Kosten führt, sehr wohl sind die Konditionen schlechter als bei normalen Anleiheemissionen. Das Angebot wurde bereits auf der Website der Bundesfinanzierungsagentur veröffentlicht, als Kontakt sind Citigroup und JPMorgan angeführt. Voraussetzung ist die Annahme des Kärntner Schuldenschnitts. (as, 3.3.2016)

  • Finanzminister Hans Jörg Schelling will die Hypo-Gläubiger mit einer Staatsanleihe locken.

    Finanzminister Hans Jörg Schelling will die Hypo-Gläubiger mit einer Staatsanleihe locken.

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