Traumjob Flugbegleiter – wären da nicht die Passagiere

4. März 2016, 09:50
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Flugbegleiter – viele Menschen halten das für einen Traumjob. Eine Umfrage unter dieser Berufsgruppe ergab jedoch, dass der Dienst am Passagier zu den schlimmsten Aspekten des Jobs zählt

Ein Arbeitsplatz hoch über den Wolken, viele Länder der Welt bereisen, fremde Kulturen entdecken – als Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter noch Stewardessen und Stewards genannt wurden, hielten das viele für einen Traumjob. Dass die Realität ganz anders aussieht, hat auch eine aktuelle Umfrage der Flugvergleichsseite Jetcost ergeben. Sie besagt unter anderem, dass jeder vierte britische Flugbegleiter schon einmal von einem Passagier zum Weinen gebracht wurde. 34 Prozent gaben an, dass der Service an den Passagieren das Schlimmste an ihrem Job sei.

Briten fehlen Freunde und Familie

2.019 Briten im Alter von mindestens 18, die aktuell als Flugbegleiter arbeiten oder in den vergangenen fünf Jahren gearbeitet haben, wurden zu ihren Erfahrungen mit Fluggästen befragt. Zudem wurden 1.000 Stewards aus Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland befragt. Allen Flugbegleitern wurde die Frage gestellt, was sie an ihrem Job am schlimmsten finden. Ganz oben bei den Briten: Dass sie wichtige Momente mit Freunden und Familie verpassen (38 Prozent), sich um die Passagiere kümmern (34 Prozent) und strikte Vorgaben zu Kleidung und Make-up einhalten müssen (21 Prozent).

Deutsche stört das niedrige Gehalt

In den anderen befragten Ländern waren die Top-Antworten auf die Frage nach dem negativsten Aspekt des Flugbegleiterjobs die folgenden: Deutschland: das Gehalt (33 Prozent), Frankreich: die strikten Vorgaben zu Kleidung und Make-up (39 Prozent), Spanien: die Passagiere (27 Prozent) und Italien: das Mitarbeiteressen (20 Prozent).

Dem Bürojob entfliehen

Bei den britischen Flugbegleitern gingen die Fragen noch weiter ins Detail: Die Teilnehmer wurden gefragt, warum der Job des Stewards für sie die erste Wahl gewesen sei. 47 Prozent erklärten, dass sie die Möglichkeit, in verschiedene Länder zu reisen, überzeugt habe, gefolgt von dem Wunsch, einem Bürojob oder einer nicht erfüllenden Karriere zu entfliehen (19 Prozent) und der Aussicht, reiche und berühmte Leute zu treffen (zwölf Prozent).

Laute, reizbare Passagiere stören am meisten

Um den negativen Aspekten noch mehr auf den Grund zu gehen und herauszufinden, was den Flugbegleitern an ihren Passagieren missfällt und warum, wurde ihnen eine Liste mit möglichen Gründen vorgelegt, aus der sie wählen konnten. Das sind die fünf Top-Antworten:

  1. Laute und leicht reizbare Passagiere (69 Prozent)
  2. Betrunkene Passagiere, die sich schwer kontrollieren lassen (61 Prozent)
  3. Schreiende/hyperaktive Kinder (45 Prozent)
  4. Pingelige und klagende Passagiere (30 Prozent)
  5. Anzüglich agierende Passagiere (17 Prozent)

32 Prozent der befragten Flugbegleiter gaben sogar an, dass sie durch das Verhalten oder durch Kommentare von Passagieren schon einmal zum Weinen gebracht wurden. 74 Prozent der Befragten haben schon einmal darüber nachgedacht, unangemessenes Verhalten ihrer Fluggäste zu melden, wobei dies nur sechs Prozent bislang auch umgesetzt haben. (saum, 4.3.2016)

  • Als die Flugbegleiterinnen der Austrian Airlines noch Stewardessen hießen – hier auf einem undatiertem Archivbild aus den 1970er-Jahren –  war auch das Image des Berufs noch unkritischer.
    foto: apa

    Als die Flugbegleiterinnen der Austrian Airlines noch Stewardessen hießen – hier auf einem undatiertem Archivbild aus den 1970er-Jahren – war auch das Image des Berufs noch unkritischer.

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