Weinernte fiel 2015 trotz Hagel und Hitze wieder besser aus

3. März 2016, 13:36
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Hitze sorgte für höheren Zucker- und Säuregehalt als im Jahr davor

Wien – Österreichs Winzer können aufatmen. Nach dem desaströsen, weil verregneten Erntejahr 2014 ist die Weinernte 2015 deutlich besser ausgefallen. Trotz Hitze und Hagel lag der Ertrag mit 2,3 Millionen Hektoliter um zwei Prozent über dem Ernteschnitt der vergangenen fünf Jahre. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein Plus von 13 Prozent. Die Sonne machte die Trauben süß.

Tendenziell hatten die 2015 geernteten Weintrauben einen höheren Zucker- und Säuregehalt als im Jahr davor und waren daher von höherer Qualität, teilte die Statistik Austria am Donnerstag mit. Das lag vor allem an der Hitze.

Großer Schaden durch Hagel

In einigen Gebieten machten die Wetterextreme den Weinbauern aber ziemlich zu schaffen, daher fiel die Weinmenge voriges Jahr regional sehr unterschiedlich aus. In den niederösterreichischen Gebieten Wagram, Kamptal, Kremstal und in der Steiermark hat der massive Hagel großen Schaden angerichtet. In Wagram zum Beispiel brach der Ertrag im Vergleich zum Fünfjahresschnitt um fast ein Drittel ein.

Im größten Wein-Bundesland Niederösterreich stieg die Weinernte 2015 um acht Prozent auf 1,4 Millionen Hektoliter, womit der Schnitt der vergangenen fünf Jahre erreicht wurde. Bei Rotweinen blieb die Ernte mit 352.000 Hektolitern um acht Prozent hinter dem Fünfjahresschnitt. Gegenüber dem Vorjahr, das von Fäulnisverlusten geprägt war, war es allerdings ein Plus von 20 Prozent. Die Weißweinernte stieg um vier Prozent auf eine Million Hektoliter.

Weinernte im Burgenland gut

Im Burgenland wurden mit 666.300 Hektolitern neun Prozent mehr Wein als im Fünfjahresschnitt geerntet. Gegenüber 2014 legte die Produktion überhaupt um 30 Prozent zu, Rot- und Weißweine fast gleichermaßen.

In der hagelgeplagten Steiermark blieb die Ernte mit 214.000 Hektolitern hinter dem Fünfjahresschnitt (- drei Prozent) und wuchs zum Vorjahr um acht Prozent. Die Wiener Winzer legten verglichen mit dem Fünfjahresschnitt um drei Prozent auf 22.100 Hektoliter zu, verglichen mit 2014 um 15 Prozent.

Viel Hagel, weniger Sturm

Insgesamt ist Österreich ein Weißweinland: 1,5 Millionen Liter Weißwein (+8 Prozent gegenüber 2014) und 800.000 Hektoliter Rotwein (+24 Prozent) wurden voriges Jahr geerntet. Weiters setzen die heimischen Winzer auf Qualitäts- und Prädikatsweine: 2,1 Millionen Hektoliter (+21 Prozent gegenüber 2014) standen im Vorjahr zur Verfügung. Das Segment Wein/Landwein inklusive Sortenwein und Sturm schrumpfte hingegen um 45 Prozent auf 120.800 Hektoliter.

Die Weinkeller haben sich im Vorjahr deutlich geleert, so ist der Weinbestand per Ende Juli 2015 gegenüber dem Vorjahresstichtag um acht Prozent auf 2,4 Millionen Hektoliter zurückgegangen. Besonders starke Rückgänge gab es bei Rotwein und Qualitäts-/Prädikatswein.

Im internationalen Vergleich ist Österreich ein sehr kleines Weinbauland. In Italien wurden zuletzt 276 Millionen Hektoliter Wein geerntet. (APA, 3.3.2016)

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