"Hands-free": Google testet Bezahlung mit Initialen und Foto

3. März 2016, 15:07
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Händler verifiziert Identiät anhand der zwei Merkmale – Kritiker sehen Sicherheitsprobleme

Eine Reihe von Unternehmen erprobt verschiedene mobile Bezahlsysteme. Beispielsweise der Kartenanbieter Mastercard, der heuer in mehreren Ländern das Zahlen per Selfie an den Start schickt.

Den Fokus auf Komfort legt ein Experiment von Google. Beim "Hands-free Payment" soll ein Kunde beim Tätigen eines Einkaufs das Handy gar nicht erst aus der Tasche nehmen müssen. Der IT-Riese hat nun einen Feldtest in Filialen von McDonald's und Papa John's in San Francisco gestartet, um das Konzept zu erproben. Kritiker äußern Sicherheitsbedenken.

Verifizierung per Foto und Initialen

Im Werbespot für das Experiment konzentriert Google sich auf die Schwierigkeiten traditioneller Bezahlmethoden – von störrischen Kartenlesegeräten, dem mühsamen Sortieren von Münzen oder streikenden Kugelschreibern beim Unterzeichnen einer Kreditkartenrechnung.

Die Basis bildet eine Smartphone-App, die sich per Bluetooth automatisch mit kompatiblen Terminals verbinden kann und auch zur Betrugsvorbeugung die Position des Users bestimmt. Mit dieser hat der Kunde ein Foto von sich sowie seine Kreditkarten-Daten hinterlegt. Steht er an der Kassa, muss er nur noch angeben, via Google zahlen zu wollen und seine Initialen nennen. Der Verkäufer gleicht diese sowie das Gesicht des Käufers ab, um die Identität zu verifizieren und löst anschließend die Transaktion aus.

Mögliches Betrugsszenario

Soweit die Theorie, die in der Tat eine komfortablere Lösung für das mobile Bezahlen verspricht. Doch der Zuwachs an Komfort kommt nicht ohne Risiko, warnt man etwa bei Golem.

Denkbar sei etwa, dass jemand einen Hands-free-Nutzer beim Zahlen belauscht und so an die Initialen kommt. Gelingt anschließend ein Diebstahl des Handys, sei dem Einkauf auf fremde Kosten Tür und Tor geöffnet, wenn man dem Opfer einigermaßen ähnlich sieht. Die Schwachstelle wäre in diesem Fall unvorsichtiges Verkaufspersonal.

Zusätzliche Absicherungen

Google hat allerdings Maßnahmen gesetzt, um Betrug zu verhindern. In manchen Restaurant-Standorten, die am Test teilnehmen, werden etwa Kameras eingesetzt, um Gesicht des Käufers und das hinterlegte Foto per Gesichtserkennung automatisch abzugleichen. Die Kameraaufnahme soll dabei nach der Verifizierung unmittelbar gelöscht werden.

Zudem soll ein Algorithmus potenziell verdächtiges Einkaufsverhalten erkennen und gegebenenfalls Transaktionen blockieren, bis sie manuell am Smartphone bestätigt werden. Das wiederum eliminiert aber faktisch das zentrale Versprechen des "Hands-free Payment".

Mit einer Gutschrift von fünf Dollar auf die erste Transaktion will Google in der Bay Area das Interesse an dem Experiment ankurbeln. Wie praxistauglich und sicher das System tatsächlich ist, dürften die nächsten Monate zeigen. (gpi

  • Mit einer Mutter mit Baby am Arm bewirbt Google den Komfortgewinn des "Hands-free Payment".
    foto: google

    Mit einer Mutter mit Baby am Arm bewirbt Google den Komfortgewinn des "Hands-free Payment".

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