Album der Woche: Nisennenmondai "#N/A"

4. März 2016, 08:00
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Nisennenmondai und ihre reduzierten Techno-Studien

Wenn man in Österreich und rund um Österreich herum nicht mehr weiterweiß, wenn es darum geht, irgendwas Modernes mit Elektronik zu buchen, aber nicht zu sehr auf die Zwölf gehend, weil der Taxler Kurti auch kommt, und der mag keine schwulen DJs, dann ruft man gewöhnlich Elektro Guzzi an. Techno, ausgeführt im klassischen Rocktrio-Format. Wusch. Klingt wie Platte oder 12-inch oder wie das heißt. Warum man das macht, wird Gott sei Dank nicht erklärt. Die Ergebnisse sind eh sehr okay.

Minimaler Technorock

In Japan gibt es schon seit 1999 das stilprägende weibliche Minimal-Rock-Tanzvergnügen-Trio Nisennenmondai. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es seit vielen Jahren nicht nur um eine Reduktion auf einen einzigen Akkord bemüht ist. Der ist natürlich besonders gut, weil dahinter Schlagzeug und Bass ordentlich geile Mucke im fünften Gang auf der Autobahn machen können, während sich vorne die Gitarre auf dem Kopf oder am Rücken kratzt, weil sich alles während der Nacht schon wieder irgendwie verlegt hat. Das motorisch praktizierte Kreisen um nur das Allernötigste wird dieses Mal auf dem neuen Album #N/A auch noch von Dub- und Reggae-Produzenten-Legende Adrian Sherwood veredelt. Man hört seine Einflüsse allerdings null. (schach, Rondo, 4.3.2016)

  • Nisennenmondai #N/A (On. U Sound)
    cover: on-u sound

    Nisennenmondai #N/A (On. U Sound)

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