Neuseeländer stimmen über Union Jack in der Flagge ab

3. März 2016, 14:40
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Union Jack oder Silberfarn heißt es ab sofort für alle Neuseeländer. In einer symbolträchtigen Wahl entscheiden sie, ob sie eine neue Nationalflagge wollen

4,8 Millionen Neuseeländer sind in den nächsten drei Wochen dazu aufgerufen, für oder gegen den Union Jack in ihrer Flagge zu stimmen. Regierungschef John Key begründet die Initiative damit, dass man so einerseits die häufige Verwechslung mit der australischen Flagge beenden könne. Andererseits sei die Fahne einfach nicht mehr zeitgemäß. Er will eine Flagge, "die nach Neuseeland schreit".

Neuseelands Staatsoberhaupt ist zwar offiziell bis heute Königin Elizabeth II., ihre Macht wird aber als symbolisch angesehen. Als die Flagge 1902 erstmals als Nationalflagge fixiert wurde, hatte das ganz praktische Gründe. Vor allem für den sicheren Transport von Schiffsfracht war sie ein wichtiges Zeichen von Macht und Besitzansprüchen.

Seit Donnerstag entscheiden die Neuseeländer, ob das ihre neue Nationalflagge sein soll.

Diese Zeiten haben sich geändert. Aus 10.000 neuen Entwürfen wurde in einem monatelangen Verfahren ein Designvorschlag ermittelt. Schafe und Kiwis standen zur Auswahl, doch rund 1,5 Millionen Neuseeländer entschieden sich Mitte Dezember für den Silberfarn. Auf der Flagge ist das "inoffizielle" Nationalsymbol weiß auf schwarz-blauem Grund zu sehen, neben vier roten Sternen, dem Sternbild "Kreuz des Südens".

Mehrere Regierungsmitglieder setzen sich sehr für den Flaggenwechsel ein, im Internet veröffentlichte die Regierung umfangreiches Informationsmaterial, zum Beispiel Animationen der beiden Varianten:

Ein Vergleich der beiden Varianten.

Ein E-Mail wurde geleakt, in dem der neuseeländische Kulturminister kürzlich urgierte, mehr Stimmung für den Flaggenwechsel zu machen, berichtet der "Guardian".

Beim ersten Referendum im Dezember lag die Beteiligung bei 50,58 Prozent. Umfragen deuten darauf hin, dass etwa zwei Drittel der Neuseeländer beim alten Design bleiben wollen. Die Abstimmung läuft voraussichtlich bis 24. März, am 30. März wird das Endergebnis veröffentlicht. (Anna Sawerthal, 3.3.2016)

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