Jobchancen: Junge Frauen fühlen sich benachteiligt

3. März 2016, 11:47
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Laut aktueller Umfrage sehen 46 Prozent der Österreicher gleiche Chancen für Frau und Mann im Beruf, bei den Österreicherinnen kann das nur ein Drittel bejahen

Die relative Mehrheit der Bevölkerung (40 Prozent) ist sich laut aktueller IMAS-Umfrage (befragt wurde repräsentativ die Bevölkerung ab 16 Jahre) sicher: Frauen und Männer haben in beruflicher Hinsicht die gleichen Chancen. Ein Drittel der Österreicher analysiert die aktuelle Situation genau umgekehrt. Unter Frauen überwiegt die Meinung der Benachteiligung, insbesondere junge Frauen äußern dies überdurchschnittlich stark.

Während rund 46 Prozent der Männer der Meinung sind, dass beide Geschlechter die gleichen Möglichkeiten und Chancen in der beruflichen Laufbahn haben, wird diese Aussage von nur rund einem Drittel der Frauen bestätigt. Umgekehrt sieht nur ein Viertel der Männer, aber sehen dagegen zwei Fünftel der Frauen, starken Nachholbedarf. Die männlichen und weiblichen Respondenten unterscheiden sich hier nur leicht nach Alter.

Familie und Pflege Grund für schlechtere Jobchancen

Top-Grund für die Benachteiligung von Frauen liegt in der Unterbrechung der beruflichen Laufbahn durch die Familiengründung und Kindererziehung. Danach folgen die geringere Förderung von Frauen direkt am Arbeitsplatz und die Pflegesituation von nahen Angehörigen.

Auch die schwächere Durchsetzungskraft im Vergleich zu Männern wird von einem knappen Drittel angeführt. Weniger berufliches Interesse oder weniger Selbstbewusstsein wird von dieser Bevölkerungsgruppe, die einen negativen Eindruck der Gleichstellung empfindet, kaum geäußert.

Unter den Maßnahmen zur Gleichstellung rangieren vor allem das Gehaltsthema, der verbesserte Schutz gegen Gewalt und die Verbesserung im Bereich der Kinderbetreuung an vorderster Stelle.

Abhilfe durch Quote?

Die Quote in jeglicher Form polarisiert. Sowohl in Aufsichtsräten als auch in politischen Gremien überwiegt mehrheitlich der Eindruck der Verbesserung der Situation durch Verpflichtung, aber etwas mehr als ein Drittel würde sich dagegen aussprechen.

Die Knapp drei Fünftel können mit den Initiativen rund um eine geschlechterneutrale Sprache grundsätzlich etwas anfangen, nur ein gutes Viertel hält die Entwicklungen in diesem Bereich für positiv. Männer ab 45 Jahren sehen diese Bewegung besonders kritisch. Im Verhältnis 51 zu 38 hält die Bevölkerung die geschlechtergerechte Sprache für eher unwichtig für die Stärkung der Position der Frauen. (red, 3.3.2016)

  • Berufliche Unterbrechungen durch Kinder, Pflegeaufgaben und zu geringe Förderung sehen die Österreicher als Gründe für Benachteiligung von Frauen im Berufsleben
    foto: apa / marcus brandt

    Berufliche Unterbrechungen durch Kinder, Pflegeaufgaben und zu geringe Förderung sehen die Österreicher als Gründe für Benachteiligung von Frauen im Berufsleben

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