Bawag will keine Bankomatgebühr einheben

3. März 2016, 12:56
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Die Bank steigerte den Nettogewinn um ein Viertel. Bankomatgebühren will sie nicht einheben, kommen könnten sie dennoch

Wien – 2016 hält Bawag-Chef Byron Haynes für das Jahr der großen Chancen. Die Bankenkonsolidierung werde sich fortsetzen, man wolle dabei eine "aktive Rolle spielen". Ob das Privatkundengeschäft der Bank Austria dabei eine Rolle spielen könnte, will Haynes nicht sagen: "Wir wollen Marktgerüchte nicht kommentieren."

Wohin die Reise geht, ist für den Bawag-Chef aber klar: weitere Kostenoptimierung, noch mehr Effizienz. "Die Neuausrichtung ist noch nicht abgeschlossen", sagte Haynes bei der Präsentation der Jahreszahlen am Donnerstag. Einer von zwei Kunden erledige seine Bankgeschäfte nicht mehr in einer Filiale, deshalb müsse auf digitale Transformation gesetzt werden. Der zeitgenössische Bankkunde verlange Self Service, wolle Bankgeschäfte mobil oder via Computer daheim erledigen.

Um fit für diese Kunden zu werden, reserviert die ehemalige Gewerkschaftsbank 100 Millionen Euro. Sie sollen "in Partnerschaften und Investments in Start-ups in der Finanzbranche" investiert werden. Ob die weiterhin notwendige "Rekonfiguration" zu Filialschließungen und Mitarbeiterabbau führen wird, darauf geht Haynes nicht ein. Seit 2012 sank die Mitarbeiterzahl um 750 auf 3.753.

Mit der hauseigenen Onlinetochter Easybank – sie betreut rund 550.000 Onlinekonten – will die Bawag noch heuer in Deutschland starten.

Externe Bankomatbetreiber könnten Gebühr einheben

Bankomatgebühren seien nur im Fall von Behebungen bei externen Bankomatbetreibern denkbar, sagte Haynes. In Supermärkten etwa könnte ein gesondertes Entgelt von den Betreibern eingehoben werden, nicht aber von der Bawag selbst.

Die Zahl der Kunden beim islamkonformen Girokonto sei noch klein. Anfang Februar startete die Bank ein Pilotprojekt mit einem Konto, bei dem weder Zinsen auf Spareinlagen gezahlt noch Zinsen für Kredite verlangt werden. Stattdessen gibt es fixe Entgelte. Haynes betonte, dass das Basiskonto allen offenstehe und auf Kundennachfrage entstanden sei.

Mit dem abgelaufenen Jahr zeigt Haynes sich höchst zufrieden: "Wir haben alle Ziele erreicht, die eigenen Erwartungen übertroffen." 2015 hat sich die Bank im Zuge des Zurechtschrumpfens von Sparten und Beteiligungen wie der Fondsgesellschaft Bawag PSK Invest und der Malta-Banktochter getrennt. Geografisch bleibe "Österreich mit zwei Dritteln des Geschäfts Kernmarkt", so Haynes. Wichtig außerhalb Österreichs: Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Der Nettogewinn stieg 2015 um gut ein Viertel auf 417,9 Millionen Euro. Auch das Retailgeschäft trug dazu bei. Dank gesunkener Zinsaufwendungen gab es auch ein Plus im Zinsgeschäft. Beim operativen Gewinn wurde ein Zuwachs um 15,6 Prozent ausgewiesen, die Kreditrisikokosten wurden fast halbiert. Die Aktionäre werden mit einer Dividende von 325 Millionen Euro belohnt. (rebu, 3.3.2016)

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