Kürzung für Arbeiten in Pension

2. März 2016, 19:18
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Wirtschaftskammerchef Leitl meldet Einspruch an

Wien – Der neue Bonus für längeres Arbeiten in Form halbierter Pensionsversicherungsbeiträge hat eine Kehrseite. Wer künftig im Ruhestand Geld dazu verdient, dem droht eine Pensionskürzung.

Konkret: Arbeiten Männer und Frauen über das gesetzliche Pensionsalter von 65 bzw. 60 Jahren hinaus, beziehen daneben aber bereits die Pension, wird ab einem bestimmten Einkommen ein Teil gegengerechnet. Und zwar wird die Pension um die Hälfte des Betrages reduziert, um den der Verdienst über dem Ausgleichszulagenrichtsatz (heuer 882,78 Euro im Monat) liegt. Gestrichen werden maximal 50 Prozent, die Hälfte der Pension ist also garantiert.

Im Konzept steht als alternative Schwelle auch die Geringfügigkeitsgrenze, die derzeit 415,72 Euro beträgt – in dem Fall würden die Kürzungen massiver ausfallen. Alles deutet aber daraufhin, dass die Ausgleichszulage zum Maßstab wird. Die schärfere Variante würde die größere Einsparung bringen, doch Finanzminister Hans Jörg Schelling wird es auch so nicht leicht haben, die Idee in den eigenen Reihen zu verteidigen. Denn betroffen sind mit Freiberuflern (auch) eine ÖVP-Klientel.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl meldet bereits Bedenken an. Die genaue Analyse des Modells stehe noch aus, aber: "Das ist nicht unser Zugang. Wenn Menschen über das Pensionsalter hinaus etwas leisten wollen, soll man sie nicht bestrafen."

Im Sozialministerium spricht man von einem Anreiz, die Pension später zu beziehen. Gelten soll das Modell für drei Jahre nach Pensionsantritt. Derzeit fallen in die Zielgruppe 25.000 Menschen, betroffen werden dem Vernehmen nach wohl aber nur Neufälle sein, nicht bestehende Pensionen; fix sind die Details jedoch noch nicht. Werden die Beamten einbezogen? Geplant ist das laut Sozialministerium schon, die Umsetzung könne aus technischen Gründen aber länger dauern. (jo, 2.3.2016)

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