Sammlung Ploner: Farbe und Linie als Eroberinnen von Raum und Zeit

2. März 2016, 17:12
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Neue Galerie zeigt Schenkung der Sammlung Ploner und eigene zeitgenössische Werke

Graz – Eine spannende Reise durch die Transformationen der vor allem österreichischen Malerei der letzten Jahrzehnte ist seit Mittwoch in der Neuen Galerie im Grazer Joanneumsviertel zu sehen. Anlass für die von Günther Holler-Schuster kuratierte Schau war eine Schenkung der Sammlung Heinz Ploner. Die Witwe des Sammlers, Regina Ploner, freute sich am Mittwoch, "dass die Bilder wieder gezeigt werden".

Das Interesse Ploners vor allem für Malerei ab den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts findet in der Neuen Galerie einen passenden Ort, schätzte und förderte doch der langjährige Leiter der Neuen Galerie, Wilfried Skreiner, damals die sogenannten Neuen Wilden, etwa Hubert Schmalix, Herbert Brandl oder Gunter Damisch.

Für die Ausstellung Malerei im Wandel gelang es, die 47 geschenkten Werke mit weiteren aus der hauseigenen Sammlung in einen Dialog zu setzen, an dem man gut ablesen kann, wie sich Künstler wie der kürzlich verstorbene Ferdinand Penker oder Karl Hikade etwa mit Monochromie oder Fläche und Raum auseinandersetzten.

Die Phasen, die manchmal nur einzelne, manchmal fast alle Maler durchliefen, werden jeweils in einem Raum zusammengefasst: Jene Bilder, auf die Damisch, Eugène Leroy oder Franz Grabmayr so viel Farbe spachtelten, dass sich Gruben, Täler oder – im Falle Leroys – ein Mensch dreidimensional von der Leinwand erhoben, zeigen, was Farbe als Substanz, als Material vermag.

Ganz anders, mit feinen Strichen nämlich, ist Damisch auch neben Henri Michaux im Raum für "Grafismen und die Sichtbarmachung der Welt" vertreten. Der Rundgang führt über das Spiel mit den Strichen zu den abstrakten fahrigen Linien eines Otto Zitko und weiter zu den konstruktiven Linien von Gottfried Fabian. Bei James Welling wird die Linie in der Malerei zur Fotografie. Die Dekonstruktion der Malerei zeigt sich etwa bei Herbert Hamak, bei dem nur mehr die Leinwand, von der aus ein Kunststoffkubus den Raum erobert, an Malerei erinnert. Auch ein mehrteiliger großformatiger Zyklus von Adrian Schiess bleibt nun in Graz. (Colette M. Schmidt, 2.3.2016)

Bis 8.5.

  • Gunter Damischs "Flimmerfeld" ist Teil der Schenkung.
    foto: umj/n. lackner

    Gunter Damischs "Flimmerfeld" ist Teil der Schenkung.


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