Doch kein Softdrink-Verbot an Schulen

2. März 2016, 14:31
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Geplant sind mehr Aufklärung statt Verbote – Derzeit beinhaltet nur jeder zweite Getränkeautomat an Schulen Wasser

Salzburg – Der Bildungs- und Schulausschuss des Salzburger Landtags hat am Mittwoch auf Initiative der SPÖ eine Beschränkung stark zuckerhaltiger Getränke an Salzburger Schulen diskutiert. Aus einem ursprünglich einmal angedachten Softdrink-Verbot in Getränkeautomaten wurde aber nichts. Alle Fraktionen und Experten waren sich am Mittwoch einig, dass Verbote nichts bringen.

"Studien haben gezeigt, dass der Gesamttageskonsum durch Verbote nicht reduziert wird. Werden klassische Limonaden verboten, gehen die Schüler in der Pause gezielt aus der Schule, um sie anderswo zu kaufen", sagte der in den Landtag geladene Ernährungswissenschaftler Manuel Schätzer vom Verein SIPCAN, einer Salzburger Initiative für gesundes Leben.

WHO-Empfehlung

Die Abgeordneten beschlossen allerdings einstimmig, einen "Getränkeautomaten-Check" an den Schulen zu forcieren. "Wir sehen uns dabei den Inhalt der Automaten an. Mindestens acht von zehn enthaltenen Getränken dürfen dabei maximal 7,4 Gramm Zucker pro 100 Milliliter haben", erklärte Schätzer der APA. "Dieser Grenzwert leitet sich von einer WHO-Empfehlung ab, dass maximal zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr aus Zucker kommen darf."

Bei bis zu 20 Prozent der Dosen oder Flaschen im Automaten dürfe der Zucker-Grenzwert überschritten werden. "Die Jugendlichen nehmen das gesündere Angebot an, weil man ihnen die Option auf das ungesündere Genussprojekt nicht wegnimmt", so Schätzer. Ob der 20-Prozent-Rahmen ausgenutzt wird, sei aber Sache der jeweiligen Schule.

Limonade fördert Übergewicht

Geplant ist, dass jeder Automat auch mit Wasser und gespritzten Fruchtsäften befüllt sein muss. Das ist laut Schätzer keine Selbstverständlichkeit. Nur jeder zweite Getränkeautomat beinhalte überhaupt Wasser. Wie Schätzer zur APA sagte, haben in Salzburg drei von vier Schulen ab der 5. Schulstufe einen oder mehrere Getränkeautomaten stehen. Eine große Metastudie habe erst kürzlich einen direkten Zusammenhang zwischen Limonaden und Übergewicht festgestellt. Wie die SPÖ in ihrem Antrag formulierte, ist in Salzburg mittlerweile jedes vierte Kind übergewichtig. (APA/red, 2.3.2016)

  • "Die Jugendlichen nehmen das gesündere Angebot an, weil man ihnen die Option auf das ungesündere Genussprojekt nicht wegnimmt."
    foto: apa

    "Die Jugendlichen nehmen das gesündere Angebot an, weil man ihnen die Option auf das ungesündere Genussprojekt nicht wegnimmt."

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