Lanz in seiner Talkshow – kurz fassungslos: Vermenschlichung

2. März 2016, 16:55
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Einer seiner Gäste war ins Dschungelcamp gegangen, ohne dies finanziell nötig zu haben

Legionen von Forschern befassen sich verzweifelt mit dem Rätsel, ob mit Markus Lanz der Roboterjournalismus die Medienwelt erobert und eine neue Epoche eingeläutet hat. Lanz' Fleiß wäre nicht der einzige Hinweis auf Übermenschliches. Es befeuert die Forschung vor allen die Beobachtung, dass es der Talker nahezu täglich schafft, jeder Gefühlsregung die Aura des Maschinellen und Simulierten zu verleihen.

Nun aber geschah Wundersames, Lanz wirkte in seiner Show für einige magische Augenblicke fassungslos. Es fiel von ihm alle Versteifung ab, "das ist total abgefahren!!", purzelte es aus ihm heraus – einer seiner Gäste war ins Dschungelcamp gegangen, ohne dies finanziell nötig zu haben.

Ohne Lügendetektor war natürlich nicht zu klären, ob "Partysänger" Jürgen Milski mit seiner Angeberei ein Foul an der Wahrheit beging. Lanz jedenfalls glaubte Milski, das Dschungelcamp nicht nötig gehabt, sich nur des medialen Abenteuers wegen darauf eingelassen zu haben.

Der Dschungel, in den man sich nicht "hineinkaufen kann", wäre ja auch auf der To-do-Liste seines Lebens gewesen, wobei ganz wichtig für Milski: "Ich spielte dieses Spiel nur nach meinen Regeln – es war klar, dass ich im Dschungel nie etwas essen würde." Also grundsätzlich schon. Nur nichts, was an und in Milski herumknabbern könnte.

Wenn es "aber nicht die Kakerlaken waren, was war die Verlockung?", frug Lanz. "Erlebnisse, die man nicht kaufen kann", sprach Milski und ließ einen glaubwürdig Staunenden zurück, womit der Beweis erbracht wurde, dass Lanz ein Mensch war. Die Roboterforschung sollte sich ein anderes Studienobjekt suchen. (Ljubiša Tošić, 2.3.2016)

  • Zu Gast bei Markus Lanz am 1.3.2016: Jürgen Milski, Entertainer.
    foto: screenshot/zdf

    Zu Gast bei Markus Lanz am 1.3.2016: Jürgen Milski, Entertainer.

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