Zika-Virus: Weitere Schädelmissbildungen bestätigt

2. März 2016, 12:11
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In 82 von 641 Mikrozephalie-Fällen konnte eine Zika-Ansteckung der Mutter nachgewiesen werden

Rio de Janeiro – Die bestätigten Fälle von Schädelfehlbildungen bei Babys, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infizierten, haben sich in Brasilien binnen zwei Wochen verdoppelt. In 82 von 641 registrierten Mikrozephalie-Fällen sei bei den Müttern eine Zika-Ansteckung nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag (Ortszeit) mit. Vor zwei Wochen waren es noch 41.

Die Behörden vermuten, dass der Mehrzahl der Mikrozephalie-Erkrankungen eine Zika-Infektion der Mutter vorausging. Weitere 4.222 Verdachtsfälle von Schädelfehlbildungen werden untersucht.

Es wird vermutet, dass das Zika-Virus Schädelfehlbildungen und damit geistige Behinderungen bei Babys auslösen kann. Endgültig bewiesen ist das aber nicht. Das Virus wird primär von Moskitos übertragen. Einen Verdacht auf Mikrozephalie gibt es, wenn das Baby mit einem Kopfumfang von 32 Zentimetern oder weniger zur Welt kommt. Zika ist bisher in etwa 40 Ländern nachgewiesen worden, Brasilien die am stärksten betroffene Nation.

Zahl der Zika-Fälle in Puerto Rico gestiegen

Auch auf der zu den USA gehörenden Karibikinsel Puerto Rico breitet sich das Zika-Virus rasch aus. Seit Ende Jänner habe sich die Zahl der Infizierten dort auf 117 vervierfacht, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Bis Ende des Jahres könnte nach Schätzungen der CDC jeder Fünfte der rund 3,5 Millionen Inselbewohner infiziert sein.

Damit ist das Außengebiet Puerto Rico die bei weitem am stärksten von Zika betroffene Region der USA. Die Ausbreitung dort macht dem CDC zufolge aber auch eine weitere Ausbreitung auf dem US-Festland wahrscheinlicher, das jeden Tag über Dutzende Flüge mit der Insel verbunden ist. (APA, dpa, 2.3.2016)

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