Watzlawick-Ehrenring für Konrad Paul Liessmann

2. März 2016, 11:42
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Philosoph als "einer der prononciertesten und in der breiten Öffentlichkeit bekanntesten Intellektuellen Österreichs" gewürdigt

Wien – Der österreichische Philosoph und Essayist Konrad Paul Liessmann wird mit dem Paul Watzlawick-Ehrenring 2016 der Wiener Ärztekammer ausgezeichnet. Er sei "einer der prononciertesten und in der breiten Öffentlichkeit bekanntesten Intellektuellen Österreichs", hieß es in der Begründung.

Mit dem Ehrenring erinnert die Ärztekammer an den österreichischen Philosophen, Psychoanalytiker und Kulturtheoretiker Paul Watzlawick (1921-2007). Der Ring geht an Persönlichkeiten, die sich für den Diskurs zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen sowie die Humanisierung der Welt einsetzen und auch dementsprechende Publikationen veröffentlicht haben.

Bisherige Preisträger waren der Soziologe und Kommunikationswissenschafter Peter L. Berger, die Kulturwissenschafterin Aleida Assmann, der Sachbuchautor und Biograf Rüdiger Safranski, der Architekturtheoretiker und Schriftsteller Friedrich Achleitner, der Physiker Walter Thirring sowie die Literaturwissenschafterin Ruth Klüger. Die Verleihung an Liessmann findet am 10. Mai statt.

Werdegang

Der 62-jährige Liessmann, Autor von Büchern wie "Theorie der Unbildung", "Das Universum der Dinge", "Lob der Grenze" und "Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung", wurde wie Watzlawick in Villach geboren. Er studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte an der Universität Wien. 1976 erlangte er den Magister-Titel, drei Jahre später wurde er Assistent, promovierte mit einer Arbeit über "Anfang und Ende der Philosophie – Studien zum Verhältnis von Theorie und Praxis im griechischen und nachhegelschen Denken" und schrieb 1989 seine Habilitation über den "Begriff der Distanz als ästhetische Kategorie". 1995 wurde er außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Philosophie der Uni Wien, seit 2011 hat er eine Professur für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft.

Liessmann ist Gründungsmitglied und wissenschaftlicher Leiter des seit 1997 stattfindenden Philosophicum Lech. Unter anderem wurde er mit dem Staatspreis für Kulturpublizistik (1996), dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels (2003), dem Donauland Sachbuchpreis und dem Preis der Havel-Stiftung (beide 2010) ausgezeichnet. Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten kürte ihn 2006 zum "Wissenschafter des Jahres". (APA, red, 2. 3. 2016)

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