Ende der Sim-Karte: Mobilfunker stehen E-Sim positiv gegenüber

2. März 2016, 09:52
141 Postings

Künftig soll jedes Handy eine programmierbare, fest verbaute E-Sim enthalten

Die Neuerung hat das Potenzial, die ganze Mobilfunkbranche auf den Kopf zu stellen. Künftig sollen Sim-Karten nicht mehr gewechselt werden können, sondern jedes Handy soll eine programmierbare, fest verbaute E-Sim (Embedded Sim) enthalten.

Lästige Hantieren

Für Kunden entfällt dadurch das oftmals lästige Hantieren mit der Sim-Karte. Sie können theoretisch schneller zwischen verschiedenen Mobilfunkbetreibern wechseln. Statt einer neuen Chipkarte ist dafür nur noch ein Computersignal des Betreibers nötig. Die Technologie könnte das bisherige Verhältnis zwischen Netzanbietern und Kunden grundlegend ändern, da Nutzer sich jederzeit ins jeweils günstigste oder stärkste Handynetz einwählen könnten.

In einem weiteren Schritt könnte das Smartphone den Wechsel automatisch im Hintergrund erledigen, ohne dass der Besitzer davon etwas mitbekommt. Die Mobilfunkbranche hat sich daher jahrelange gegen die Einführung einer solchen Karte gewehrt. Mittlerweile ist eine fest verbaute Sim-Karte für Hersteller interessant geworden, weil die aufwendige und anfällige Mechanik für die Aufnahme der Karte entfällt.

Erste E-Sims ab März

Die E-Sim lässt sich, wie alle anderen Bauteile, in die Schaltung integrieren. Gerade für möglichst kleine Wearables ist das von Vorteil. Als einer der ersten Handynetzbetreiber bietet Vodafone ab März eine programmierbare Sim-Karte in Deutschland an.

Zunächst soll die E-Sim bei einer Smartwatch von Samsung Einzug halten, 2017 sollen die ersten Smartphones mit der neuen Technologie auf den Markt kommen. Hierzulande warten A1, T-Mobile und "3" vorerst noch ab, die Mobilfunker werden die neuen Sim-Karten in absehbarer Zeit anbieten. "Wir stehen neuen Technologien grundsätzlich positiv gegenüber und werden bei kommerziellen Lösungen dabei sein", sagte A1-Sprecherin Livia Dandrea-Böhm dem STANDARD.

Datenschutz

Ob Mobilfunker ihren Kunden das Wechseln zu ihren Konkurrenten einfacher machen werden, bleibt allerdings abzuwarten. Apple hatte die neue Technologie Ende 2014 erstmals im iPad integriert. Später schloss sich Samsung dem Projekt E-Sim an. Seitdem treiben die beiden Smartphone-Marktführer die Abschaffung der klassischen Handychipkarte voran. Datenschützer warnen, dass E-Sims der Überwachung in die Hände spielen, da sie nicht gewechselt werden können. (sum, 2.3.2016)

  • Artikelbild
    foto: apa
Share if you care.