Mit Bruststich zur Polizei: Opfer tot, Verdächtiger stellte sich

1. März 2016, 22:48
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52-Jähriger brach in der Inspektion Pappenheimgasse zusammen, 18-Jähriger gab Tatwaffe ab

Wien – Ein zumindest seit rund zwei Jahren währender Familienstreit hat am Dienstagabend in Wien-Brigittenau zu einer Bluttat geführt. Ein 18-Jähriger gestand laut Polizeisprecher Christoph Pölzl, seinem Onkel mit einem Klappmesser in die Brust gestochen zu haben. Der 52-Jährige war gestorben, nachdem er sich gegen 19.00 Uhr schwerst verletzt in die Polizeiinspektion Pappenheimgasse geschleppt hatte.

Der 18-Jährige hatte seinen angeheirateten Onkel getroffen, als dieser nach einem Einkauf einen Supermarkt bei der Jägerstraße verließ. Der junge Mann gab an, dass es zu wechselseitigen Beschimpfungen und einer Rangelei gekommen sei. Schließlich habe er ein Klappmesser gezogen und es dem Verwandten in die Brust gerammt. Danach sei er davongelaufen.

Verdächtiger verneint Tötungsabsicht

Der Schwerstverletzte schleppte sich in die Polizeiinspektion Pappenheimgasse, wo er zusammenbrach. Rettung und ein Notarzt konnten dem 52-Jährigen nicht mehr helfen. Der 18-Jährige stellte sich kurze Zeit später in der Polizeiinspektion Hermann-Bahr-Straße in Floridsdorf und übergab das Messer. Er gab an, dass er den Mann nicht töten wollte.

Bei weiteren Ermittlungen stellte sich am Mittwoch heraus, dass es offenbar um einen seit längerer Zeit schwelenden Streit innerhalb einer aus der Türkei stammenden Familie geht. Der Vater des mutmaßlichen Täters soll vor rund zwei Jahren laut der Aussage eines Zeugen das Opfer verletzt haben, wobei es auch um Schmerzengeld gegangen sei. Alle Beteiligten stammen offenbar aus dem selben Dorf.

In der Pappenheimgasse gab es am Dienstag kurz vor 22.00 Uhr in dem Zusammenhang einen weiteren Polizeieinsatz: Nach der Bluttat hatten sich Pölzl zufolge zahlreiche Familienmitglieder in der Wohnung der Eltern des 18-Jährigen versammelt. Sie diskutierten das Geschehene lautstark und anscheinend überaus kontroversiell. Die Besatzungen mehrerer Funkwagen beruhigten die Gemüter, strafrechtlich Relevantes fiel offenbar nicht vor. (APA, 1.3.2016)

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