Neue Online-Plattform zur Kultur der Zwischenkriegszeit gestartet

1. März 2016, 17:32
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Projekt des Wissenschaftsfonds FWF – "Lückenhaftes Epochenbild" soll vervollständigt werden – Bereits mehr als 60.000 Beiträge

"Ein lückenhaftes, durch Vereinfachungen geprägtes Epochenbild" der österreichischen Zwischenkriegszeit möchte ein Projekt des Wissenschaftsfonds FWF vervollständigen. Die Vertreibung von Kulturschaffenden im Zuge der politischen Umbrüche 1933/34 und 1938 habe zu anhaltenden Ausgrenzungen ihrer Leistungen geführt. Eine frei zugängliche Forschungsplattform soll diesen Missstand beheben.

60.000 Beiträge online

Bereits mehr als 60.000 Beiträge sind auf der Website des Projektes "Transdisziplinäre Konstellationen in der österreichischen Literatur/Kultur/Kunst der Zwischenkriegszeit" online, darunter Quellentexte wie Essays, Kritiken und Feuilletonbeiträge, ein Personen- und Stichwortregister, ein Lexikon, Kurzbiografien und 40 Porträt-Module.

Besonders hervorzuheben seien der Umfang der Beiträge und die Interaktivität, sagt Projektleiter Primus Heinz Kucher, der neuere deutsche Literatur am Institut für Germanistik an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt lehrt, im Gespräch mit der APA. Für das Online-Lexikon alleine seien 400 Namenseinträge geplant, über die man direkt zu den Primärtexten der jeweiligen Künstler gelangt.

Auch wenig bekannte Autoren vertreten

Dabei soll die "facettenreiche kulturelle Landschaft der Zwischenkriegszeit in ihrer Gesamtheit rekonstruiert werden", da "die Kultur- und Literaturgeschichte der österreichischen Zwischenkriegszeit oft auf wenige Themen und Namen begrenzt wurde", wie es in der Beschreibung des Forschungsprojektes heißt.

Wer sich etwa über das Thema "Der österreichische Antikriegsroman 1917-1935" informieren will, findet auf der Plattform Informationen unter anderem. zu weniger bekannten Autoren wie R. J. Kreutz oder M. Eugenie delle Grazie. Zielgruppe sind Wissenschafter ebenso wie Schüler, Studenten und andere Interessierte. Der freie Zugang zum Material sei ihm besonders wichtig, so Kucher. Ende 2017 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Abseits des Web-Projekts wurde auch ein Tagungs-Band mit dem Titel "Verdrängte Moderne – vergessene Avantgarde" veröffentlicht. An der Herausgabe eines Quellenwerks mit dem Titel "Texte und Manifeste zur Kultur und Literatur der österreichischen Zwischenkriegszeit" wird derzeit gearbeitet. (APA, 01.03.2016)

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