Neue Bodycams der Polizei: Akku reicht für acht Stunden

Video1. März 2016, 17:55
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Für den einjährigen Probebetrieb wurden 20 Geräte um jeweils 1.200 Euro angeschafft

Wien – Die Polizei hat am Dienstag das Pilotprojekt mit Bodycams in drei Bundesländern gestartet. "Seit heute besteht die gesetzliche Grundlage für den einjährigen Probebetrieb", sagte Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums. Wie berichtet wurden vorerst 20 Sets angeschafft. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Systeme um je rund 1.200 Euro. Zwölf Kameras werden in Wien eingesetzt, je vier in der Steiermark und in Salzburg.

In Wien werden die Körperkameras, je sechs der beiden Hersteller, in den "Hotspot"-Polizeiinspektionen Laurenzerberg in der Innenstadt und Lassallestraße in der Leopoldstadt verwendet. "Die Geräte werden diese Woche instand gesetzt", erklärte Walter Gerlitzer von der Landespolizeidirektion Wien, der für die technische Umsetzung verantwortlich ist.

Die Bodycams sollen bei Einsätzen an Hotspots des polizeilichen Streifendienstes, aber auch im "Großen Sicherheitspolizeilichen Ordnungsdienst" (GSOD) wie etwa bei Demonstrationen verwendet und getestet werden. Die in Österreich genutzten Geräte des Herstellers Zepcam werden auch in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien verwendet, jenes der Firma Reveal unter anderem in den USA, Großbritannien, Dubai, Australien oder auch Frankreich.

Filmen muss angekündigt werden

"Es wird nicht eine gesamte Diensttour mitgeschnitten, sondern konkrete Amtshandlungen. Das Filmen muss auch angekündigt werden", erklärte Grundböck. Nach Vorstellung der Polizei sollen Einsätze mit Befehls- und Zwangsgewalt aufgezeichnet werden. Darunter fällt beispielsweise bereits eine Personenkontrolle. Die Bodycams sollen für eine "größtmögliche objektive Dokumentation" sorgen, sagte Grundböck. Oftmals "unterschiedliche Interpretationen bei Amtshandlungen" soll damit entgegengewirkt werden. Die Aufnahmen werden für sechs Monate gespeichert – sofern es kein Strafverfahren gibt.

Die Kameras müssen "für die einzelne konkrete Amtshandlung aktiv eingeschaltet werden", erläuterte Grundböck. Bei einem Modell ist der Auslöser auf einem Armband am Handgelenk, beim zweiten ist es ein Schieber am Gerät. "Das Ein- und Ausschalten obliegt den einzelnen Beamten", sagte Gerlitzer. "Jeder, der ein Handy benutzt, wird damit zurechtkommen", war Gerlitzer überzeugt.

So oft wie möglich im Einsatz

In dem einjährigen Probebetrieb sollen "breite Erfahrungen über die Vielfalt polizeilicher Einsätze" gesammelt werden, sagte Grundböck. Die Körper-Kameras sollen "so oft wie möglich zum Einsatz" kommen, betonte Gerlitzer. Akku und Speicherkapazität von acht Gigabyte reichen für jeweils acht Stunden, Streaming ist nicht möglich, die Kameras zeichnen verschlüsselt auf. Ausgewertet werden die Aufnahmen in den jeweiligen Polizeiinspektionen, gearbeitet wird nach dem Vier-Augen-Prinzip. "Der Filmende kann das Material nur mit dem Vorgesetzten sichten", erklärte Gerlitzer. (APA, red, 1.3.2016)

  • Bei diesem System befindet sich der Auslöser der kleinen Körperkamera auf einem kabelgebundenen Armband.
    foto: robert newald

    Bei diesem System befindet sich der Auslöser der kleinen Körperkamera auf einem kabelgebundenen Armband.

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