Parteiaustritt von Marcus Franz: Missglückte Einkaufstour

Kommentar1. März 2016, 17:33
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Lopatka kann sich nicht darauf ausreden, er hätte nicht gewusst wen er sich antat

Reinhold Lopatka hat seiner Partei keinen Gefallen getan, als er zu seiner Einkaufstour in die Reihen des Teams Stronach aufgebrochen ist. Die dort anzutreffenden Abgeordneten waren mit gutem Grund Frank Stronach und dessen seltsamen Ideen für die Politik verhaftet gewesen. Dennoch fand Lopatka dort vier Abgeordnete, die er zu einem Wechsel anstiften und damit seinen Klub vergrößern konnte. Er hätte besser darauf verzichtet.

Diese Rochade wurde von der SPÖ als feindlicher Akt und Androhung einer möglichen schwarz-blauen Mehrheitsfindung gedeutet, wohl nicht zu Unrecht. Der Wechsel der vier Abgeordneten hatte auch den Eindruck der politischen Willkürlichkeit entstehen lassen. Haltung und die von der ÖVP so hochgehaltenen Werte waren bei diesem machttaktischen Schachzug auf einmal nicht mehr von Bedeutung.

Am schlimmsten manifestierte sich das in der Person von Marcus Franz. Lopatka kann sich nicht darauf ausreden, dass er nicht gewusst habe, wen er sich, dem Klub und der Partei damit antat. Der Arzt machte aus seiner homophoben Einstellung kein Hehl, auch Frauen würdigt er gerne herab. Seine Äußerungen sind dumm und beleidigend. Und er ist ein notorischer Wiederholungstäter.

Franz passte nicht zur ÖVP, wenn die sich denn selber einigermaßen ernst nimmt. Franz passt auch nicht ins Parlament, solche Meinungen will man dort nicht hören, auch wenn es eine kleine Gruppe an Schwachköpfen gibt, die ihm für seine frauenfeindlichen Äußerungen Beifall zollt.

Die Politik wird es aber aushalten, wenn einer wie Franz weiterhin, nun als wilder Abgeordneter, im Parlament sein Unwesen treibt und seine krausen gesellschaftspolitischen Thesen vertritt. Hoffentlich wird Franz im Nationalrat auf kräftigen Widerspruch stoßen, gerade die ÖVP, die ihm eine Bühne bot, hätte hier viel gutzumachen.(Michael Völker, 1.3.2016)

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