Staatspreis Innovation 2016: Das Licht von der Rolle

7. März 2016, 06:30
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Ein hochautomatisiertes Produktionsverfahren für LED-Module

Wien – LED-Leuchten geben angenehmes Licht, sind energiesparend und langlebig, weshalb man sie immer häufiger in Büros und Wohnungen findet. Die linearen Lichtmodule, die der Salzburger Hersteller Bilton fertigt, kommen aber genauso in der Produktion von Kühlschränken, Spielautomaten, Fahrzeugkabinen oder Medizinprodukten zum Einsatz.

Die Herstellung der Beleuchtungsstreifen erfolgt in dem über die öffentliche Hand geförderten Unternehmen durch ein stark automatisiertes Verfahren, bei dem ein Teil der Elektronik auf flexible Folienplatinen aufgedruckt wird. Für das Entwicklungsprojekt hinter dem Produktionsprozess wurde Bilton für den Staatspreis Innovation 2016 nominiert, der vom Wirtschaftsministerium am 29. März vergeben und von der Förderbank Austria Wirtschaftsservice abgewickelt wird.

"Man kann sich das Produktionsverfahren wie in der Papierindustrie vorstellen", sagt Bilton-Gründer und -Geschäftsführer Patrick Müller. Bei dem Rolle-zu-Rolle-Verfahren können LED-Streifen von mehreren 100 Metern hergestellt werden. "Alle Prozesse sind in einer Linie angeordnet. Das flexible Trägermaterial wird mit Leiterbahnen bedruckt, verkapselt, mit LEDs bestückt und gelötet. Am Ende werden die Bänder nach den Wünschen des Kunden beschnitten und fallen von der Rolle", erklärt Müller. "In einer Stunde machen wir aktuell 170 Meter." Die Produktionsweise hebt sich von der klassischen Ätztechnik ab, bei der die Kupferschaltungen auf einer Platine Schicht für Schicht durch Belichten und Ätzen aufgebaut werden. Die Fertigung auf einer Endlosrolle ist viel effizienter, stellt aber vor andere Herausforderungen. "Die Arbeitsschritte mit dem flexiblen Band müssen sauber und exakt sein, um defekte Abschnitte zu vermeiden", sagt Müller. Die Temperatur müsste dafür genau geregelt werden.

Die Idee, diese neue Fertigungsmethode zu integrieren, entstand 2012, zwei Jahre später kamen die ersten Produkte auf den Markt. 2015 wurde schließlich die Endlos-Drucktechnik integriert. In Zukunft werden laut Patrick Müller neben der bisherigen Elektronik immer öfter auch Sensoren kommen, die auf den LED-Streifen integriert werden. Bei einem ersten Produkt ist ein Bewegungsmelder verbaut, weitere – etwa mit Temperatur- oder CO2-Sensoren – sollen folgen.

"Der Hauptgrund, warum wir in die Technologie investiert haben, ist, dass wir mit der Herstellung in Österreich bleiben wollen", sagt Müller. "Das funktioniert nur, wenn die Prozesse automatisiert sind und die Produktivität enorm hoch ist." Bis auf einen menschlichen Linienführer, der die Prozesse überwacht und die Materialversorgung sicherstellt, laufe das System "komplett autark". (pum, 2.3.2016)

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