FPÖ-Propaganda im Innenministerium

Kommentar1. März 2016, 16:25
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Die Plakate zum Abhalten von Flüchtlingen sehen aus wie FPÖ-Werbung. Das kann kein Zufall sein

Herbert Kickl ist fremdgegangen. Der FPÖ-Generalsekretär und oberste Werbedichter seiner Partei gestaltet jetzt die Plakate für das Innenministerium, mit denen Ressortchefin Johanna Mikl-Leitner potenzielle Flüchtlinge in deren Heimatländern von ihrer Reise nach Österreich abhalten will.

Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man sich die aktuellen Plakate anschaut, die die Ministerin am Dienstag präsentiert hat: Optik und Bildsprache der Plakate, von denen es "Kein Asyl in Österreich" herunterschreit, gleichen den klassischen FPÖ-Sujets. Gleiche Farben, gleiches Styling, gleiche Schrift. Das kann doch kein Zufall sein? Ist das ein böser Scherz des Innenministeriums? Oder es ist einfach nur entlarvend.

Die Bundesregierung lässt sich in ihrer Asylpolitik von der FPÖ vor sich hertreiben. Das manifestiert sie jetzt auch in Ihrer Bildsprache. Die Plakate und Flugzettel, die vor allem in Afghanistan Verbreitung finden sollen, haben eine klare, aber auch verräterische Botschaft: "Kein Asyl in Österreich". Erst kleiner gedruckt der Zusatz: "Bei wirtschaftlichen Gründen".

Der Zusatz wird sich dem Betrachter entziehen. Die Plakate dieser Anti-Werbekampagne werden im Herkunftsland muttersprachlich unter das auf dem Sprung befindliche Volk gebracht werden. Allerdings präsentierte Mikl-Leitner die Plakate auch auf Deutsch. Die Kampagne darf also auch als Botschaft nach innen verstanden werden: "Kein Asyl in Österreich". Die FPÖ hat die Propagandaabteilung des Innenministeriums übernommen. (Michael Völker, 1.3.2016)

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