Nach vier Wochen Einigung auf neue Egger Bürgermeisterin

1. März 2016, 13:15
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Nach dem Rücktritt von Theresia Handler übernimmt Carmen Willi das Amt. Die Gemeinde stand bereits unter Beobachtung der Bezirkshauptmannschaft Bregenz

Egg – Die Bürgermeisternachfolge in der Bregenzerwälder Gemeinde Egg scheint nach vier Wochen geklärt zu sein. Die Egger und Großdorfer Liste hat am Montagabend die karenzierte Lehrerin Carmen Willi einstimmig zur Kandidatin gewählt, bestätigte Willi einen Bericht des ORF Vorarlberg. Am 4. März steht die Wahl durch die Gemeindevertretung an. Diese dürfte aber eher eine Formsache sein.

In der größten Bregenzerwälder Gemeinde gilt das Listenwahlrecht, das heißt, die Gemeindevertretung wählt den Bürgermeister. Als Kandidaten kommen auch nur Mitglieder der Gemeindevertretung infrage. Willi (35) trat bei der Gemeindevertretungswahl 2015 zum ersten Mal an und landete auf Platz 16. Die Egger und Großdorfer Liste erzielte 23 der 24 Sitze in der Gemeindevertretung, ein Platz war der dreifachen Mutter also sicher.

Unter Beobachtung

Willi wird – vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindevertretung – die Nachfolge von Theresia Handler (Egger und Großdorfer Liste) antreten, die drei Jahre lang die Geschicke des Ortes leitete und am 1. Februar ihr Amt zurückgelegt hatte. Vier Wochen lang war Egg seither ohne Gemeindeoberhaupt ausgekommen und stand deshalb auch bereits unter Beobachtung der Bezirkshauptmannschaft Bregenz. Denn laut Gemeindewahlrecht müsste binnen vier Wochen nach dem Rücktritt oder Tod eines Bürgermeisters ein neues Oberhaupt gewählt werden.

Mediator konnte nicht helfen

Handlers Abgang Anfang Februar waren wiederholt Unstimmigkeiten zwischen der Bürgermeisterin und dem Gemeindevorstand vorausgegangen. Auch die Beiziehung eines Mediators hatte diesbezüglich nichts geändert, hatte die Gemeinde-Chefin in ihrer Rücktrittserklärung geschrieben. Im Dezember hätten Mitglieder des dreiköpfigen Gemeindevorstands ihr das Vertrauen entzogen und sie sei fraktionsintern zum Rücktritt aufgefordert worden. In einem Gespräch mit dem ORF Vorarlberg sprach Handler von einer "fehlenden Kultur der guten Kommunikation". Bei den Gemeindevertretungswahlen im März 2015 war die 57-Jährige noch mit großer Mehrheit in ihrem Amt bestätigt worden. (APA, 1.3.2016)

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