105. Frauentag im Zeichen der Flüchtlingskrise

2. März 2016, 07:57
15 Postings

Open House im Frauenministerium, Grüne beschäftigen sich mit Auswirkungen der Krisen auf Frauen, Team Stronach verteilt Pfeffersprays

Wien – Der 105. Frauentag steht unter dem Eindruck der Flüchtlingsbewegung. Rund um den 8. März laden die Parteien und Organisationen zu zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen. Im Frauenministerium findet wieder ein Open House statt, bei dem das Flüchtlingsthema mit all seinen Facetten beleuchtet wird.

Frauen und Mädchen auf der Flucht benötigen mehr als alle anderen Unterstützung, heißt es in der Einladung des Frauenministeriums für den 8. März. Beim Open House soll daher das Thema mit Expertinnen beleuchtet und gemeinsam nach Lösungsansätzen gesucht werden. Ressortchefin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) eröffnet die Veranstaltung kurz nach 17 Uhr, danach wird ein Ausschnitt des Films "so far" von Lydia Kaminski gezeigt. Am anschließenden Talk nimmt unter anderem Birgit Einzenberger vom UNHCR teil.

Die Veranstaltungen der Parteien und Organisationen

  • Die SPÖ-Frauen starten anlässlich des Frauentags wieder einen Partizipationsprozess. Diesmal geht es um das Thema Arbeit und anders als zuletzt wird die Befragung nicht online, sondern persönlich etwa bei Straßenaktionen bis Ende April durchgeführt. Das Ergebnis wird wieder in Form des Leitantrags für die Frauenkonferenz und den SPÖ-Bundesparteitag im Herbst ausgearbeitet. Rechtzeitig zum Frauentag präsentieren die SPÖ-Frauen auch ihre neue Homepage, einen neuen Newsletter sowie eine Online-Zeitung, erklärte SPÖ-Frauen-Bundesgeschäftsführerin Andrea Brunner. Die Frauentagsfahne wird am 4. März vor der SPÖ-Bundesgeschäftsstelle gehisst.

  • Am 7. März laden die ÖVP Frauen und Bundesleiterin Dorothea Schittenhelm gemeinsam mit der Wiener Organisation zu einem Kinoabend. Gezeigt wird "Suffragette", ein Film über eine Arbeiterin, die sich dem Kampf der Suffragetten um Frauenrechte im England des frühen 20. Jahrhunderts anschließt. Die ÖVP-Frauensprecherin beteiligt sich auch an der Aktion "Gemeinsam gegen Gewalt" der Parlamentsparteien (bis auf das Team Stronach) mit Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ).

  • FPÖ-Parlamentsklub und die Initiative Freiheitliche Frauen organisieren wieder eine Veranstaltung im Palais Epstein am 7. März. Unter dem Titel "Frauen. Stärken. Werte" wird über das Gendern in der Sprache diskutiert, erklärte Frauensprecherin und Obfrau Carmen Schimanek.

  • Die Grünen-Frauensprecherin Berivan Aslan und Sozialsprecherin Judith Schwentner informieren bei einer Pressekonferenz über die Auswirkungen der Krisen auf Frauen. Außerdem ist am 8. März unter dem Titel "Frauen in allen Sphären" eine Kunstaktion von Marianne Vlaschits geplant.

  • "Frauen an die Macht" heißt es bei der Podiumsdiskussion der NEOS am Frauentag und mit dabei ist auch die unabhängige Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss. Gesprochen werden soll darüber, was sich durch eine Bundespräsidentin oder eine Bundeskanzlerin ändern würde bzw. warum es für Parteien so schwierig ist, Frauen als Kandidatinnen zu gewinnen.

  • Um den "Selbstschutz für Frauen" geht es bei einer Pressekonferenz des Team Stronach am 4. März. Neben Klubchef Robert Lugar und Frauensprecherin Martina Schenk wird daran eine Frau teilnehmen, die eine Waffenbesitzkarte erwerben will. Im Anschluss an die PK werde man Pfeffersprays auf der Straße verteilen, hieß es.

  • Die ÖGB-Frauen sind am 7. März bei einer Aktion im Einkaufszentrum Millennium City in Wien. Geplant ist ein Fragequiz, das sich auf Forderungen und Errungenschaften der ÖGB-Frauen bezieht.

  • Bereits zum fünften Mal laden die Frauenhäuser in Kooperation mit der Volkshochschule Wien Urania zu einem Themennachmittag. Die diesjährige Veranstaltung am 12. März steht unter dem Motto "Change – Veränderung als Chance". Experten aus der Frauen- und Männerberatung werden dabei etwa einen Einblick in opferorientierte Täterarbeit geben, auf dem Programm stehen auch die Vorstellung des Kochbuchs "So schmeckt die Welt – besondere Frauen, besondere Rezepte" und die politisch-künstlerische Performance "One Billion Rising – Eine Milliarde erhebt sich".

  • Der Internationale Frauentag für mehr Chancengleichheit wird dieses Jahr zum 105. Mal begangen. Zurück geht die Einrichtung des Frauentags auf einen Streik von Textilarbeiterinnen 1908 in den USA. Laut den Vereinten Nationen haben dabei Frauen in New York gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestiert. Am 19. März 1911 fand in Wien die erste große Demonstration für die Rechte der Frauen statt. (APA, 2.3.2016)
  • Weltweit werden am 8. März Menschen für die Wahrung und Ausweitung von Frauenrechten auf die Straße gehen. Wie hier auf dem Times Square in New York im letzten Jahr.
    foto: ap/mark lennihan

    Weltweit werden am 8. März Menschen für die Wahrung und Ausweitung von Frauenrechten auf die Straße gehen. Wie hier auf dem Times Square in New York im letzten Jahr.

Share if you care.