iPhone-Entschlüsselung: Opfer von San Bernardino unterstützt Apple

1. März 2016, 17:07
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Ehemann von angeschossener Frau gegen Beihilfe zur Entsperrung – fürchtet Überwachung Unschuldiger

In der Auseinandersetzung zwischen dem FBI und Apple rund um Hilfe zur Entschlüsselung eines iPhones, das im Besitz der zwei San Bernardino-Attentäter war, erhält der Tech-Konzern nun Unterstützung von unerwarteter Seite. Salihin Kondoker, dessen Ehefrau trotz dreier Schusswunden überlebte, hat beim zuständigen Gericht eine Eingabe zugunsten des Unternehmens gemacht.

In diesem spricht er sich dagegen aus, dass Apple den Behörden helfen muss, sich Zugriff auf die Inhalte des Geräts zu verschaffen, berichtet Buzzfeed.

iPhone wahrscheinlich ohne relevanten Daten

"Meiner Meinung nach ist es unwahrscheinlich, dass darauf irgendwelche wichtigen Informationen sind", schreibt er. Denn es hatte sich nicht um sein privates Handy, sondern sein Arbeitstelefon gehandelt. Kondoker sorgt sich, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen werden könnte, der Tür und Tor für umfassende Überwachung öffnet.

Der Attentäter war beruflich für das County tätig. Laut Kondoker war unter den Angestellten allgemein bekannt, dass die zuständige Verwaltung die Position des Handys abfragen und auch auf das iCloud- und Mobilfunkkonto Zugriff hatte, um Kommunikation einzusehen. Folglich wäre es sehr riskant gewesen, diese Geräte zur Anschlagsplanung zu nutzen.

Kondoker gegen Unterlaufen von Sicherheit

Während die zwei Terroristen ihre Arbeitshandys unangetastet ließen, hatten sie ihre privaten Smartphones nach dem Angriff zerstört. "Ich denke, das wird einen Grund gehabt haben", so Kondoker.

Zuerst hatte er befürchtet, dass Apples Widerstand gegen die Forderung des FBI die Ermittlungen behindern könnte, doch je mehr er über den Fall las, desto mehr wurde ihm bewusst, dass es um viel mehr geht, als nur ein einzelnes Telefon. Er teile Apples Befürchtung, dass eine Software, die die Sicherheitsschranken für iPhones unterlaufen kann, gegen unschuldige Bürger eingesetzt würde.

FBI beharrt auf Entsperrung

Dass das gefundene iPhone möglicherweise keine wertvollen Daten beinhalten könnte ist eine Befürchtung, die auch schon San Bernardinos Polizeichef und FBI-Chef James Comey geäußert hatte. Letzterer will Apple dennoch zwingen, den Zugriff zu ermöglichen, da man "den Überlebenden nicht in die Augen sehen" könne, würde man dieser Spur nicht folgen. (gpi, 01.03.2016)

  • Der Ehemann einer Frau, die beim Anschlag von San Bernardino angeschossen wurde, spricht sich dagegen aus, dass Apple Software zum Aushebeln der iPhone-Sicherheit entwickeln muss.

    Der Ehemann einer Frau, die beim Anschlag von San Bernardino angeschossen wurde, spricht sich dagegen aus, dass Apple Software zum Aushebeln der iPhone-Sicherheit entwickeln muss.

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