Datensammler Windows 10: Verbraucherschützer verklagen Microsoft

1. März 2016, 09:05
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Wegen mangelnder Transparenz bei der Erfassung und Verarbeitung der Nutzerdaten

Seit der Veröffentlichung von Windows 10 sieht sich Microsoft immer wieder in der Kritik von Datenschützern. Nun bringt dies dem Softwarehersteller einen weiteren Rechtsstreit ein: Die Verbraucherschutzzentrale Nordrhein-Westfahlen hat Klage gegen Microsoft eingereicht.

Kritik

Grund für diesen Schritt sei der undurchsichtige Umgang des Unternehmens mit den Daten seiner Nutzer, heißt es in einem Blogeintrag. Weder in den Lizenzbedingungen noch in der Datenschutzerklärung, werde klar ausgeführt, was mit den von Microsoft per Windows 10 gesammelten Daten passiere. Zumal Windows 10 in dieses Hinsicht wesentlich mehr Informationen abgreife als seine Vorgänger.

Pauschale Zustimmung

Als besonders problematisch sieht man den Ablauf eines Upgrades auf Windows 10 an. Hier müssten die Nutzer pauschal in die Erhebung und Nutzung zahlreicher Daten durch Microsoft einwilligen – und zwar in einem Zug mit den Lizenzbestimmungen. Dadurch sei es für die User kaum möglich, zu erkennen, welchen Dingen sie hier eigentlich zustimmen. Statt dessen müssten die entsprechenden Klauseln auch optisch klar hervorgehoben werden, so die Vorstellung der Verbraucherschützer.

Gegenposition

Bei Microsoft kann man die Kritik nicht nachvollziehen, der Kunde habe mit Windows 10 die volle Kontrolle über seine Daten, betont das Unternehmen. Vor zwei Monaten hatte sich Microsoft in Deutschland bereits eine andere Klage rund um Windows 10 eingefangen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sieht die offensive Art, in der Microsoft seine Nutzer zum Upgrade auf die neue Version drängt, als inakzeptabel an. (red, 1.3.2016)

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    foto: thomas mukoya / reuters
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