Hypo: Anklage gegen Investmentbanker Pecina ist rechtskräftig

1. März 2016, 08:00
17 Postings

Die Einsprüche gegen die Anklage in der Causa VCP-Honorar wurden abgewiesen, Heinrich Pecina muss sich wegen Anstiftung zur Untreue verantworten

Wien – In der Hypo-Causa VCP / "Projekt Adam" gibt es schlechte Nachrichten für die ehemaligen Hypo-Chefs Tilo Berlin, Wolfgang Kulterer und Josef Kircher sowie den Wiener Investmentbanker Heinrich Pecina (VCP). Die Anklage gegen die genannten Personen und die VCP ist rechtskräftig, das Oberlandesgericht Graz hat die Einsprüche Berlins, Kulterers und Kirchers abgewiesen. Das bestätigt eine Sprecherin des Straflandesgerichts Klagenfurt. Der Terminplan für das Verfahren wegen des Vorwurfs der Untreue (beziehungsweise der Anstiftung dazu) steht aber noch nicht fest. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

In der Causa geht es um ein Beraterhonorar für eine Fairness-Opinion, die das Investmenthaus VCP vor dem Hypo-Verkauf an die Bayern um 4,3 Millionen Euro für die Kärntner Landesholding erstellt hat. Bezahlt hat aber "auf Drängen Kulterers und Pecinas" die Hypo beziehungsweise zwei ihrer Töchter, und für die sei die Stellungnahme "nutzlos, ohne jeden Wert gewesen" (Anklage).

Großteil des Schadens gut gemacht

Die VCP hat ihr Honorar laut Pecina "auf Vorgabe der Bank" (unter Berlins Leitung) in drei Tranchen zerlegt, für die Projekte Floating, Klammer und Adam, wobei es Adam laut Pecinas Aussage "de facto gar nicht gab". Die Leistung der VCP wird nicht bezweifelt, und Pecina hat der Hypo fast den ganzen Schaden ersetzt.

Laut Beschluss des Oberlandesgerichts Graz hatte sich Berlin als neuer Hypo-Chef der Bezahlung des VCP-Honorars "zunächst verweigert", daraufhin habe Pecina Hypo-Aufsichtsratschef Kulterer "um Vermittlung gebeten". Ende 2007 sei bei einer Besprechung bei der VCP in Wien die Dreiteilung beschlossen worden.

Bargeldtransporte

Rechtskräftig wurde auch die Anklage in der Causa Monarola. In dem Fall sollen zwei Hypo-Banker im Auftrag Kirchers 750.000 Euro aus Liechtenstein in bar abgeholt haben. Das Geld wurde laut OLG-Beschluss für die "steuerneutrale Bezahlung von Lobbyisten" und "Bearbeitung eines Medienproblems der Hypo" verwendet. (Renate Graber, 1.3.2016)

Share if you care.